28. Mai 2017

Linksextreme bedrohen Lokalzeitung wegen AfD-Auftritt

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Foto: kiezundkneipe.de

BERLIN. Eine Berliner Lokalzeitung ist nach der Einladung eines AfD-Kandidaten derart massiv von Linksextremen bedroht worden, daß sie eine geplante Veranstaltungsreihe absagen mußte. Das Neuköllner Blatt Kiez und Kneipe hatte zur Bundestagswahl vor, alle Kandidaten einzeln in einer Kneipe zum Gespräch mit einem Neuköllner Bürger einzuladen, berichtete die Welt.

„Ich wurde am Telefon direkt körperlich bedroht, so in der Art: Paß auf, daß dir nicht mal beim Radfahren etwas passiert“, berichtete Chefredakteurin Petra Roß. „Ich bin völlig entsetzt“, sagte der Gründer Peter Kaspar. „Nun benehmen sich Antifaschisten wie Faschisten.“ Am 16. Mai war die Veranstaltung mit dem AfD-Politiker Andreas Wild geplant.

Das Lokalblatt hatte Parteien ausgewählt, die einen Sitz in der Bezirksverordnetenversammlung haben. „Dem AfD-Kandidaten haben wir auch eine Gesprächspartnerin gesucht, die wahrlich nicht auf den Mund gefallen ist“, beschrieb Roß das Vorhaben. Dann seien die Mitarbeiter seiner Zeitung und der Kneipenwirt von linksextremen Bündnissen und Gruppen bedroht worden.

Anzeigekunde abgesprungen

Außerdem hätten sie Anzeigenkunden dazu aufgerufen, das Blatt zu boykottieren. „Ein Anzeigenkunde ist bereits abgesprungen und nannte diesen Aufruf als Begründung“, sagte Roß. Er habe die wirtschaftliche Existenz bedroht gesehen und deshalb die gesamte Veranstaltungsreihe sowie eine geplante Sonderausgabe zur Wahl abgesagt. „Das hatten wir noch nie. Selbst bei uns in Kreuzberg, wo es zuweilen viel fideler in politischen Dingen zugeht“, konstatierte Kaspar.

Die AfD verurteilte die Vorfälle scharf. „Es ist ein Skandal, daß die von Kiez und Kneipe geplante öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Andreas Wild auf Grund von Drohungen von Linksextremisten abgesagt werden mußte“, sagte AfD-Sprecher Ronald Gläser. (ls)