24. September 2017

„Schön war die Zeit“ – Silvester 1989

Quelle: egmond-prill.de

Egmond Prill, Foto: Lichtfang-Kassel

Egmond Prill, Foto: Lichtfang-Kassel

Das hatte ich mir Anfang Dezember 1989 vorgenommen: Silvester feiern wir in Berlin am Brandenburger Tor. Am 9. November war die Mauer gefallen, die innerdeutsche Todesgrenze war Geschichte geworden.

31. Dezember 1989 – Silvester. Wir hatten damals noch unsere Wohnung in Berlin. So gegen 20 Uhr ging es los. Die S-Bahn brachte uns bis „Friedrichstraße“ und dann weiter zu Fuß: Berlin „Unter den Linden“ und zum Brandenburger Tor, zum ersten Mal im Leben auch durch das Tor nach Westberlin. Unglaublich, dort war vor wenigen Wochen noch die Todeszone. Unmöglich dort zu laufen! Der Mauerfall, die friedliche Revolution – ein Wunder vor den Augen der Welt. Und nun gingen wir frei auf der „Straße des 17. Juni“ hin und wieder zurück durchs große Tor. Noch existierte die „DDR“ und auf diese Seite gingen wir zurück. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung und das große Gefühl der Freiheit. Keine Spur von Kommerz und organisiertem Volksvergnügen mit linksgedrehter Musik zum Volksbelehrung. Keine Show-Veranstaltungen, einfach nur Freude in den Augen der Menschen. Ostberliner, Westberliner, keine Berliner – alle eins in dem Bewusstsein: Die Mauer ist weg, Gott sei Dank!

Zwei Flaschen „Rotkäppchen Piccolo“ hatte ich dabei, andere hatten größer Flaschen mitgebracht und Gläser. Raketen und Feuerwerk stiegen auf je später der Abend wurde. Auch das hatten die Menschen mitgebracht. Wir waren frei. Polizei irgendwo am Rande, auch lachend und gelöst in Feierlaune. Kurz vor Mitternacht stiegen Mutige aufs „Brandenburger Tor“ und zerrten die „DDR-Fahne herunter. „Good bye – DDR!“ Aus – endlich!

31. Dezember 2016 – Silvester. Deutschland hat sich bis zur Unkenntlichkeit verändert. Die Islamisierung hat halb Europa erfasst. Die Terrorangst hat sich auf ganz Europa gelegt. „Madrid.London.Moskau.Paris.Brüssel – Berlin?“ Berlin seit dem 19. Dezember ohne Fragezeichen. Mutmaßlich ein „Flüchtling“ aus Tunesien – oder können wir „mutmaßlich“ inzwischen weglassen? Wer heutzutage nicht präzise schreibt und politisch korrekt redet, erhält rasch den Stempel „rechts“ und das ist ein tödliches Urteil. Wie haben sich die Zeiten von Honecker damals bis zum Hosenanzug heute verändert und doch wieder angenähert. Nicht wenige nennen Deutschland inzwischen „DDR 2.0“. Alles eher noch dramatischer als damals? Spätestens mit dem Sommer und Herbst 2015 hat sich alles für unser Land verändert. Die Flut der „Flüchtlinge“ wurde zu einer Invasion vor allem auch junger Männer aus den Weiten von Algerien bis Afghanistan. Die schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen: Silvester 2015 in Köln. Der Staat und die Staatsmedien waren drei Tage sprachlos. Doch nicht nur Köln, auch Hamburg, Hannover, Bielefeld, Stuttgart und viele andere Orte wurden Tatorte „sexueller Übergriffe“. Allein in Köln gab es bald darauf über tausend Anzeigen. Dazu Raub und Gewalt ohne Ende. Dem gegenüber „Welcome Refugees“ und ein machtloser Staat.

Das ist 2016 nun anders. Die Kölner Domplatte soll einer Festung gleichen, auch der Platz vorm „Brandenburger Tor“ in Berlin und andere „Feiermeilen“ im Lande. Betonpoller, Taschenkontrollen, Böllerverbot und zehntausende Polizisten sowie privates Wachpersonal sollen Vergewaltigungen und Diebstähle verhindern, islamischen Terror unmöglich machen. Auf dem Weihnachtsmarkt in Kassel waren wir in diesem Jahr nicht (auch nicht vor dem 19.12.), in Berlin schon gar nicht. Unter dem Brandenburger Tor werden wir nie wieder feiern. Dieses Gefühl der Freude und der Freiheit werden wir nie wieder haben. Es ist eisig geworden im Lande des Hosenanzugs, eine bleierne Zeit irgendwie. „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“. Der Terror ebenfalls. Das Land ist gespalten, Europa ist zerrissen. 2017 wird unser Schicksalsjahr. Es gibt eine Alternative.

Dezember 2016 ©Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten.
www.egmond-prill.de