23. Mai 2018

Friedrich fordert getrennte Unterbringung christlicher Flüchtlinge

Quelle: jungefreiheit.de

Hans-Peter Friedrich (CSU) Foto: hans-peter-friedrich.de

Hans-Peter Friedrich (CSU) Foto: hans-peter-friedrich.de

BERLIN. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Friedrich (CSU), hat einen besseren Schutz christlicher Flüchtlinge in Deutschland angemahnt. „Bereits im Oktober vergangenen Jahres habe ich gefordert, daß Christen in Flüchtlingsunterkünften getrennt untergebracht werden müssen, wenn sie sich von Angehörigen anderer Religionen bedroht fühlen. Denn wer als Christ vor islamistischen Terroristen flieht, darf in Deutschland nicht neuen Diskriminierungen und Schikanen ausgesetzt werden“, sagte Friedrich der JUNGEN FREIHEIT.

„Leider gab es parteiübergreifend Widerstand gegen meinen Vorschlag, was zeigt, daß man nur zögerlich bereit ist, die Realität in der Flüchtlingspolitik wahrzunehmen“, kritisierte der frühere Bundesinnenminister.

Auch Steinbach fordert besseren Schutz

Hintergrund sind erneute Übergriffe auf christliche Flüchtlinge durch moslemische Asylsuchende. So mußten beispielsweise in Berlin sechs christliche Iraner aus Angst vor Gewalt aus einer Großunterkunft auf dem Flughafen Tempelhof fliehen. Sie waren beschimpft worden, weil sie die Bibel gelesen hatten. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach forderte, religiöse Minderheiten in Asylunterkünften besser zu schützen. „Eine generelle Trennung von Flüchtlingen nach Religionen in den Erstaufnahmelagern kann nur eine Notlösung sein, die unter anderem dem Schutz bedrängter Christen dienen würde. Die Vermittlung unserer Werte muß vom ersten Tag an in den Aufnahmeeinrichtungen beginnen. Wer es da nicht lernt, ist auch später nur schwer integrierbar“, teilte Steinbach mit. Zu den Grundregeln der hiesigen Gesellschaft gehöre auch die Toleranz gegenüber Andersgläubigen.

Zusammenfassung in größeren Gruppen

Unterstützung erhielt sie vom CDU-Bundestagsabgeordneten Heribert Hirte. „Radikale Islamisten dürfen sich nicht dadurch ermuntert fühlen, Christen anzugreifen, weil die deutschen Behörden wegschauen“, warnte Hirte. Als eine mögliche Maßnahme schlug der CDU-Politiker vor, Mitglieder ethnischer und religiöser Minderheiten in Unterkünften stärker als bisher in einzelnen Gruppen zusammenzufassen.

„Dann können sich diese Gruppen in der Gemeinschaft selbstbewußter behaupten. Es ist ein Unterschied, ob sich ein einzelner einer Überzahl von Andersgläubigen gegenübersieht oder ob er sich in einer ausreichend großen Gruppe Gleichgesinnter gegenüber einer Mehrheit artikulieren kann.“ (krk)