19. September 2017

Langer Rechtsstreit nach Todesurteil gegen schwangere Christin

Quelle: idea.de

Sudan

Khartum (idea) – Das Todesurteil gegen eine hochschwangere Christin im Sudan hat weltweit Empörung hervorgerufen. Es wird wahrscheinlich einen jahrelangen Rechtsstreit nach sich ziehen.

Die Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) spricht von einem „Fehlurteil“ und einer krassen Verletzung der Menschenrechte sowie der sudanesischen Verfassung und der Werte des Islam.

Die 27 Jahre alte Ärztin Mariam Yahya Ibrahim Ishag war am 11. Mai in Khartum wegen „Abfalls vom Islam“ zu 100 Peitschenhieben und anschließendem Tod durch Erhängen verurteilt worden. Sie hatte sich geweigert, binnen drei Tagen dem christlichen Glauben abzuschwören. Die Vollstreckung des Urteils soll aufgeschoben werden, bis die im achten Monat Schwangere ihr Kind entbunden und abgestillt hat. Das kann etwa zwei Jahre dauern.

Ihre Anwälte fechten das Urteil an. Es muss ohnehin noch vom Obersten Strafgerichtshof und vom Verfassungsgericht bestätigt werden. Ishag hat bereits einen 20 Monate alten Sohn, der seit ihrer Inhaftierung im Februar mit ihr in einem Frauengefängnis der Hauptstadt Khartum untergebracht ist. Menschenrechtsorganisationen zufolge werden beide unzureichend medizinisch versorgt. Die Mutter soll auch misshandelt worden sein. [Weiterlesen]