20. August 2017

Mutter Staat zeigt Krallen

Quelle: jungefreiheit.de

Von Thomas Paulwitz

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Einer „Krallenpfote“ gleiche die Vorsilbe „be-“. Das Wort „betreuen“ sei ein „kräftiges Tätigkeitswort“ des Unmenschen. „Die Betreuung ist diejenige Art von Terror, für die der Jemand – der Betreute – (auch noch) Dank schuldet.“ So schrieb es Dolf Sternberger mit drastischen Worten in seinem „Wörterbuch des Unmenschen“ von 1957: „Man betreut jemanden und damit basta.“ Wer betreut, übt Macht aus. Und diese Macht kann mißbraucht werden.

Daß Deutschland auf dem Weg zum Betreuungsstaat ist, muß daher Unbehagen hervorrufen. Nach dem Willen von Mutter Staat sollen Krippen, Kindergärten und Schulen die Kinder möglichst ganztags betreuen. Schritt für Schritt übernimmt der Staat diejenigen Aufgaben, die traditionell die Familie leistete. Wohin wird das führen? Gewiß, die Großfamilie, die ihren einzelnen Mitgliedern vom Säugling bis zum Greis menschliche Bindungen und ein soziales Netz gewährleistet, ist kaum noch anzutreffen. [Weiterlesen]