21. Oktober 2017

„Alternative für Deutschland“ gründet sich in Berlin

Quelle: jungefreiheit.de

Parteitag im Liveticker. Foto: JF

Parteitag im Liveticker. Foto: JF

BERLIN. Die eurokritische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat mittlerweile mehr als 7.000 Mitglieder und stößt in den Medien auf breite Resonanz. Auf ihrem Gründungsparteitag will sich die AfD ein Grundsatzprogramm geben und eine Parteispitze wählen. Verfolgen Sie die Ereignisse im JF-Liveticker:

20:30 Uhr: Mit der Bekanntgabe der drei Beisitzer im Bundesvorstand beendet die JUNGE FREIHEIT ihren Liveticker. Gewählt wurden: Irina Smirnova, Beatrix Diefenbachund Wolf-Joachim Schünemann

19:18 Uhr: Die Wahl der Rechnungsprüfer läuft.

19:05 Uhr: Die Zeit schreitet vorran. Die Reihen unter den Parteitagsbesuchern lichten sich zunehmend. Ein Teil der AfD-Mitglieder kehrt zum Abendessen in ein gegenüber vom Tagungsort gelegenes griechisches Restaurant ein.

19:00 Uhr: Nun noch die Abstimmung über die drei Beisitzerposten. Es gibt 125 Kandidaten.

18:51: Die stellvertretenden Sprecher sind gewählt. Bei 874 abgegebenen Stimmen erhält Alexander Gauland mit 440 die meisten. Ebenfalls gewählt sind der frühere N-TV Börsenexperte Roland Klaus (276 Stimmen) und Patricia Casale (267 Stimmen). Schatzmeister wird Norbert Stenzel.

18:45: Ein Redner fordert Lautstark, die Privatisierung der Wasserversorgung in Europa zu verbieten. Lucke zieht mit seiner Antwort Unmut auf sich. Er will diese nicht generell verbieten und verweist auf den Telekommunikationsmarkt, wo es im Verlauf der Liberalisierung zu starken Preisrückgängen gekommen war. Lucke plädiert dafür, dieses Thema durch eine Programm-Kommission klären zu lassen. Es wird erstaunlicht emotional. Am Ende wird der Antrag abgelehnt.

18:37 Uhr: Mit Blick auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa wird der Antrag gestellt, einen Jugendbeauftragten innerhalb der AfD zu schaffen. „Wie holen wir die jüngere Generation ab?“, fragt ein Redner. Die Frage einer Jugendorganisation wird erst einmal verschoben. Der Vorstand will sich dem Thema annehmen.

18:24 Uhr: Lucke betont auf Nachfrage, eine EU-Steuer lehne die AfD konsequent ab.

18:20 Uhr: Bernd Lucke rechtfertigt die Streichung des Begriffes „Gängelung“, im Kontext der Meinungsfreiheit in Deutschland, aus dem Parteiprogramm. Manchmal müsse man sich verbal etwas zurücknehmen. Zudem gäbe es keine von der Bundesregierung betriebene Einschränkung der Meinungsfreiheit. Lucke provoziert damit erstmals leisen Widerspruch unter den AfD-Mitgliedern.

18:10 Uhr: Zur Außenpolitik will die Partei sich noch nicht konkret auf bestimmte Forderungen festlegen. Die Sozialpolitik soll in einer Programmkommission diskutiert werden, sagt Lucke. Auch bei der Energiewende will die Partei bis auf weiteres auf detaillierte Vorschläge verzichten.

18:07: Das Auszählen der letzten Wahlgänge dauert unvermindert an. Die Parteitagsleitung ruft nach weiteren Freiwilligen für die Wahlkommission. Unterdessen geht es mit der programmatischen Debatte weiter.

18:05 Uhr: Ein Redner fordert eine stärkere Haftung von Bankvorständen. Diese sollten bei einer Schieflage des Bankhauses mit ihren Pensionen haften.

18.00 Uhr: Parteitag debattiert die Zusammensetzung der Programmkommission. Lucke: keine Schnellschüsse, wird zwei Jahre dauern.

17.50 Uhr: Norbert Kleinwächter aus Bayern fordert, daß Abgeordnete auf Nebeneinkünfte verzichten müssen. Sprecher Lucke lehnt das mit Blick auf „mittelständische Unternehmer in unseren Reihen“ ab. Diese könnten sich dann nicht um ein Mandat bewerben. Ein früherer Sozialdemokrat warnt: Dann besteht das Parlament nur noch aus Beamten. Der Antrag wird abgelehnt.

17.41 Uhr: Es geht noch einmal um Inhalte. Um die Zeit der Auszählung nicht sinnlos verstreichen zu lassen, wird die Programmdebatte auf Antrag von Konrad Adam wieder aufgenommen.

17:20 Uhr: Die beiden prominenten Euro-Kritiker Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty im Smalltalk. Beide ziehen ein positives Fazit zum Parteitag und ärgern sich über die Berichterstattung der Bild-Zeitung.

17:15 Uhr: Allein für die drei Stellvertreterposten gibt es 50 Bewerber. Schon jetzt ist klar: Der Parteitag wird nicht pünktlich um 18 Uhr beendet werden können.

17:12 Uhr: Einige Redner weisen daraufhin, daß auch der Beisitzerposten mit hohem Arbeitsaufwand verbunden ist. Damit sollen einige Bewerber dazu gebracht werden, ihre Kandidatur doch noch zurückzuziehen. Lucke: „Das ist ein Vollzeitjob!“

17:10 Uhr: Einige Geschäftsordnungsanträge verzögern die Wahl der Beisitzer und Stellvertreter.

16:55 Uhr: Der Parteitag einigt sich ohne Debatte auf die Zahl von drei stellvertretenden Sprechern.

16:47 Uhr: Die Ergebnisse der Sprecherwahl werden verkündet. Insgesamt gab es 989 gültige Stimmen. Gewählt wurden Bernd Lucke (953 Stimmen), Frauke Petry (799 Stimmen) und Konrad Adam (787 Stimmen). Damit haben sich die Favoriten durchgesetzt.

16:35 Uhr: Die Wahl des Schiedsgerichtes stellt sich als schwieriger heraus als gedacht. Da auch Ersatzrichter benötigt werden, ist ein zweiter Wahlgang nötig. Die Wahlkommission wirkt überrascht. Hektisch wird ein zweiter Saal für die Auszählung gesucht. „Die Zusammenarbeit zwischen Präsidium und Wahlleitung ist suboptimal“, sagt ein Wahlhelfer. Das der Parteitag wie geplant um 18:00 Uhr beendet werden kann, wird immer unwahrscheinlicher.

16:25 Uhr: Vor dem Tagungsort diskutieren einige Parteimitglieder die Wahlchancen der AfD. „Bis zu zehn Prozent sind möglich“, sagt einer. Solange es weiter Hiobsbotschaften zur Euro-Rettung gäbe, stünden die Chancen für einen Einzug in den Bundestag gut.

16:10 Uhr: Die Wahl der stellvertretenden Sprecher wird bis zur Bekanntgabe der Wahlergebnisse fürs Sprecheramt verschoben. Offenbar wollen einige, die nicht als Sprecher gewählt wurden, als Stellvertreter kandidieren. In Kürze wird das Schiedsgericht gewählt.

15:50 Uhr: Während die Stimmzettel für die Vorstandswahl ausgezählt werden, beginnt nun die Abstimmung über den Schatzmeister. Drei Personen kandidieren für das Amt. Auf die drei Sprecherposten hatten sich 16 AfD-Mitglieder beworben.

15.36 Uhr: Die Wahl der Sprecher hat begonnen.

15:30 Uhr: Die große Mehrheit des Parteitages spricht sich für drei Parteisprecher aus. In wenigen Minuten beginnt die Wahl der drei Sprecher. Als große Favoriten gelten Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam.

15:25 Uhr: Ein Mitglied fordert die Öffnung der Rednerliste. Bisher dürfen maximal fünf Personen zu jedem Thema sprechen. Er wird aus formalen Gründen nicht behandelt.

15:20 Uhr: Die Frage, wie groß der künftige AfD-Vorstand sein soll, führt zu Diskussionen. Der jetzige Vorstand plädiert für maximal drei Sprecher. Manche von der Basis wünschen sich jedoch deutlich mehr. Lucke selbst will drei Sprecher, drei Stellvertreter, drei Beisitzer und einen Schatzmeister im Vorstand. Das wären dann zehn Personen.

15:12 Uhr: Die letzte Rednerin kommt aus Rußland. Als Hauptthemen benennt sie die Migrations- und Zuwanderungspolitik. Mit ihr wird die Vorstellungsrunde beendet. Nun geht es um die Frage, wieviele Sprecher die Partei nach außen vertreten sollen. Einen klassischen Parteivorsitzenden hat die AfD nicht.

15:10 Uhr: Auch Roland Klaus, früherer Börsenmoderator bei N-TV, stellt sich zur Wahl: „Es gibt nur die Wahl zwischen einem Ende mit Schrecken oder einem Schrecken ohne Ende.“

15:00 Uhr: Unter den Kandidaten, die ein Rederecht haben, befinden sich überdurchschnittlich viele Professoren und Doktoren. Die meisten sind von den Unionsparteien und der FDP in die AfD gekommen.

14:50 Uhr: Michael Brück, ehemaliges Mitglied im konservativen „Berliner Kreises“ der CDU, zeigt sich von den Unionsparteien schwer enttäuscht. Ein „Sinneswandel“ von CDU und CSU sei nicht zu erwarten. Statt dessen habe die Regierung „unfaßbare“ Beschlüsse gefaßt, sagt der Rechtsprofessor.

14:42 Uhr: Allein in Bayern hat die Partei nach eigenen Angaben 1.200 Mitglieder. Ein Reder wünscht sich, daß auch Sozialliberale in den Vorstand gewählt werden.

14:38 Uhr: Die weiteren Kandidaten stellen sich vor. Ein Fragerecht hat der Parteitag nicht. Deswegen sollen die Bewerber auch ein wenig über sich erzählen. Eine Kandidatin weist süffisant daraufhin, daß sie ihre Doktorarbeit wirklich selbst geschrieben habe. Gelächter im Saal.

14:30 Uhr: Alexander Gauland stellt sich vor. Der langjährige CDU-Politiker wirbt um Vertrauen, damit die Euro-Rettungspolitik beendet werden kann.

14:28 Uhr: Die AfD verfügt über einen Geldbestand von 300.000 Euro. Bisher ausgegeben hat sie etwa 58.000 Euro.

14:25 Uhr: Jeder Kandidat hat zwei Minuten Redezeit. Lucke verzichtet auf einen eigenen Redebeitrag. Die erste Rednerin ist Frauke Petry. Sie macht es kurz und bittet den Parteitag um Zustimmung.

14:15 Uhr: Der Parteitag geht weiter. Die Wahlleitung teilt die Ergebnisse der Vorwahlen mit. Von den mehr als 150 Kandidaten für Parteiposten sind 25 Redeberechtigt. Die meisten Stimmen erhält Bernd Lucke. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Frauke Petry und Konrad Adam. Sie und die 22 Anderen dürfen ihren Wahlantritt im Saal begründen. Alle anderen Kandidaturen waren im Internet einsehbar.

13:45 Uhr: Vor dem Tagungsort hatte sich gegen Mittag ein großes Polizeiaufgebot gezeigt. Ursache waren Demonstrationen der NPD und linker Gruppierungen. Die Rechts- und Linksextremisten konnten allerdings nur jeweils etwa zehn Demonstranten mobilisieren. Im Saal bekommt man davon nichts mit.

13:35 Uhr: Der Parteitag geht für 30 Minuten in die Mittagspause.

13:30 Uhr: Im Wahlkampf will sich die AfD auf ihre Kernthemen Euro und Europapolitik konzentrieren. Änderungen am Wahlprogramm sind nur noch bei einer Mehrheit von 75 Prozent möglich.

13:25 Uhr: Das Handelsblatt schreibt, die AfD versinke in einem „Formalienchaos“. Davon ist auf dem Parteitag allerdings nichts zu spüren.

13:17 Uhr: Die AfD hat ein Problem: Sie muß ein Parteiprogramm beschließen, hat jedoch kaum Zeit auf dem Parteitag darüber zu diskutieren. Lucke fordert: „Lassen sie uns ein Programm beschließen und danach darüber zu diskutieren“ Änderungen könnten dann auf folgenden Parteitagen eingebracht werden. Ohne Programm kann die Partei nicht zur Bundestagswahl antreten. Das nun vorgestelle Programm soll jedoch nur einen Rahmen bilden. Gemeinsamkeiten müßten Vorrang haben. Große Zustimmung aus dem Saal. Abtimmung, Zustimmung und Beschluß. Jetzt geht alles ganz schnell: Die AfD hat ein Programm.

13:13 Uhr: Bei der Zuwanderung müsse darauf geachtet werden, daß die Zuwanderer auch integrationswillig und integrationsfähig seien, fordert Lucke. Zuwanderer nach Deutschland zu holen, die sich hier niemals integrieren könnten, sei ein Verbrechen auch an diesen Zuwanderern. Lucke verteidigt das Asylrecht: Dieses sei in den vergangenen Jahrzehnten so deutlich verschärft worden, daß er sich fast dafür schäme.

13:08: Der AfD-Chef hat seine Rede zwar beendet, stellt jetzt im nächsten Tagesordnungspunkt (Wahlprogramm) aber auch noch das Parteiprogramm vor. In der Bildungspolitik fordert die AfD das Primat der Familie. Der Staat solle diese nur begleiten. Lucke fordert einen Bewußtseinswandel in der Familienpolitik. Der Staat könne nicht alles regeln.

13:02 Uhr: Lucke beendet seine Rede mit den Worten: „Lassen Sie uns ein Signal setzen, daß wir, die Alternative für Deutschland, für Deutschland eine Alternative sind.“

13:00 Uhr: Der Saal ist während der Rede Luckes kaum noch zu bremsen. Als Lucke die Mitglieder fragt, ob sie bei der Bundestagswahl teilnehmen wollen, springen die Menschen spontan auf. Sprechchöre und ohrenbetäubender Applaus. „Jetzt gehts los!“, ruft der ganze Saal.

12:57 Uhr: Tumult und lautes Geschrei unterbrechen die Lucke-Rede. Offenbar geht es um die Deutschland-Fahne. Die war von zahlreichen Journalisten exzessiv abfotografiert worden. Die Anwesenden waren damit nicht einverstanden und haben die Medienvertreter lautstark aufgefordert, das fotografieren zu unterlassen. Schließlich kann Lucke wieder reden.

12:55 Uhr: Die Alternative sei eine Partei neuen Typs, unterstreicht Lucke. „Wir sind weder links noch rechts.“ Während der Rede des Parteichefs schwenkt ein Parteimitglied die Deutschlandfahne. Sofort bildet sich eine Journalistentraube um ihn herum.

12:52 Uhr: „Die Steuern der kleinen Leute bewahren die Aktionäre vor Verlusten“, empört sich Lucke. Nun greift er die Energiewende an. „Ist es sozial, daß die Aldi-Kassiererin die Rendite“ für die Besitzer von Solaranlagen finanziere, fragt Lucke.

12:48 Uhr: Die von der Bundesregierung verbreiteten Studien zur angeblichen Alternativlosigkeit des Euro bezeichnet Lucke als „Pamphlete aus der Kategorie: Lügen ohne Rot zu werden.“

12:45 Uhr: Lucke: Der Euro fördert antideutsche Stimmung. Ständige Nazivergleiche seien nicht „das Europa, das ich mir vorstelle“, ruft Lucke. „Wenn wir wahre Europäer sind, müssen wir den Euro auflösen.“ Der AfD-Chef zitiert Churchill: „Gute Politiker denken nicht an die nächste Wahl sondern die nächste Generation.“

12:40 Uhr: Der Euro schafft Spannungen in ganz Europa. „Der Süden verarmt.“ Die Zeche für die Rettungspakete zahle der Steuerzahler. „Die Bundesregierung hat keinen Plan B. sie gibt Durchhalteparolen aus, die keiner mehr glaubt.“ Wie lange wolle die Regierung noch verschweigen, daß die Euro-Rettung gescheitert ist. „Der Euro war ein historischer Fehler“, betont Lucke. „Wenn der Euro scheitert, scheitert nicht Europa sondern Angela Merkel.“

12:37 Uhr: Die AfD fordert eine deutliche Stärkung der direkten Demokratie. „Die Bundesregierung setzt die Abgeordneten mit einer angeblich alternativlosen Politik unter Druck.“ Den Abgeordeten des Bundestages sagt er: „Die Alternative zu ihnen, daß sind wir.“ Jubelstürme im Saal.

12:33 Uhr: Lucke: „Die großen Gewinner sind die Finanzinvestoren.“ Die einfachen Menschen in Portugal, Griechenland und Zypern dürften nur mal an dem Geld riechen. „Den Griechen geht es schlecht.“ Den ESM und die Euro-Rettungspolitik abzulehnen heiße deswegen, sich mit den Zyprioten und Griechen zu solidarisieren.

11:28 Uhr: Der AfD-Chef wirft dem Bundestag vor, alle Rettungspakete nur noch abzunicken. „Wir reden hier von Wortbruch, bis hin zum politischen Betrug“. Der Wille des Volkes werde eklatant mißachtet. „Demokratie geht anders. Laßt uns mehr Demokratie wagen mit der Alternative für Deutschland.“

12.24 Uhr: Lucke zitiert alte CDU-Wahlwerbung aus den 90ern und schlußfolgert: „Der Maastrichtvertrag ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde.“ Tosender Applaus.

12.19 Uhr: Lucke beklagt Degeneration der parlamentarischen Demokratie in Deutschland: „Abgeordnete sind nur Erfüllungsgehilfen der Regierenden. Jetzt gibt es eine Alternative.“

12.12 Uhr: Bernd Lucke beginnt mit seiner Rede. Der Saal spendet frenetischen Beifall: „Wir wollen die Zwangsjacke der Altparteien sprengen.“ Schildert, wie die Partei überrannt von neuen Leuten. „Uns alle ein ein Ziel: den Bruch demokratischer Grundsätze stoppen.“

12.10 Uhr: Noch immer läuft die Auszählung der Vorwahlstimmen. Kompliziertes Verfahren, sehr langer Stimmzettel. Jetzt wird gerade die Finanzordnung debattiert. Die Satzung wurde angenommen, Satzungsänderungsanträge sind auch alle durch.

12:00 Uhr: Nächster Punkt unter den Satzungsänderungsanträgen: Der Vorschlag, spenden über 10.000 Euro zu verbieten, wird mit Blick auf die hohen Kosten bei einem Antritt zur Bundestagswahl abgelehnt. Auf Großspenden kann die AfD allerdings kaum hoffen. Der größte bisher eingegangene Betrag belief sich auf 3.000 Euro.

11:50 Uhr: Die Übertragung in den Nebensaal funktioniert offenbar nicht optimal. Ein Antrag auf Sitzungsunterbrechung bis zur Behebung der Probleme wird sowohl im Hauptsaal als auch im Nebenraum abgelehnt.

11:45 Uhr: Debatte um die Frage, ob bei einer eventuellen Regierungsbeteiligung ein Parteitag einberufen werden muß. Nach der ersten Satzung müßte selbst bei Regierungsbeteiligungen auf Kommunal- und Länderebene ein Parteitag einberufen werden. Die Lösung: Ein Parteitag soll nur bei Regierungsbetiligungen im Bund einberufen werden.

11.30 Uhr: Besondere Debatte um einen Punkt in der Satzung: Vorbestrafte Mitglieder müssen mit Sanktionen rechnen. Strafen sind bei Kandidaturen zu nennen. Wer eine Strafe erhält, nachdem er gewählt wurde, könnte sein Amt verlieren. Satzungsänderungsvorschläge abgelehnt.

11:10 Uhr: Nachdem die Enthaltungen nicht korrekt abgefragt wurden, muß die Satzung erneut beschlossen werden. Die Delegierten machen es schnell. Die Satzung wird zum zweiten Mal mit großer Mehrheit verabschiedet.

11:05 Uhr: Auch das muß ein Parteitag beschließen. Die Abkürzung der „Alternative für Deutschland“ ist nun ganz offiziell „AfD“. Der Antrag wird mit großer Mehrheit beschlossen. Zur Satzung gibt es offenbar doch noch einigen Diskussionsbedarf. Der Parteitag lehnt eine Debatte über die Satzung jedoch ab.

Der Parteisitz soll aus Bad Nauheim nach Berlin verlagert werden. In Bad Nauheim hatte ein Mitglied der AfD kostenlos Räume zur Verfügung gestellt.

10:55 Uhr: Alexander Gauland forderte die Anwesenden auf, einen „disziplinierten Ablauf des Parteitages zu ermöglichen“. Die Parteisatzung wurde unterdessen mit großer Mehrheit verabschiedet. Mit einer kleinen Satzungsänderung kann die Partei nun auch zur Bundestagswahl antreten. „Der Antrag war alternativlos“, sagt Frauke Petry.

10:50 Uhr: Nun ist es offiziell. Mehr als 1.500 AfD-Mitglieder sind zum Parteitag gekommen. Da es keine Delegierte gibt ist jedes Mitglied stimmbereichtigt. Insgesamt hat die Partei bereits mehr als 7.000 Mitglieder. Die Vorwahlen gehen unterdessen weiter. Es zieht sich ein wenig hin.

10:40 Uhr: Noch ein prominenter Euro-Kritiker wird gesehen. Joachim Starbatty spricht mit Journalisten. Starbatty ist einer der bekanntesten Euro-Kläger und hat erst kürzlich ein neues Buch zum Thema („Tatort Euro“) veröffentlicht.

10:35 Uhr: Ein wenig merkt man Bernd Lucke die Aufregung an. Die Liste der Bewerbungen für Parteiposten wird immer länger. Einige hatten noch spontan entschieden, zu kandidieren. Gespannt wartet die Menge auf die ersten Wahlgänge. Zumindest eines ist bereits jetzt klar: Einen klassischen Parteichef wird es nicht geben. Die AfD soll wie bisher auch von einem Sprecherrat angeführt werden. Eine Wiederwahl Luckes in das Gremium gilt als sicher.

10:15 Uhr: Nun wird entschieden, welche der mehr als 150 Kandidaten sich vorstellen dürfen. 25 bekommen das recht, vor dem Parteitag zu sprechen. Ein technisches Problem verzögert die Wahl.

10:00 Uhr: Die Tagesordnung und Geschäftsordnung werden schnell beschlossen. Es gibt insgesamt mehr als 150 Kandidaten für die Vorstandsposten. Aus zeitgründen soll jedoch in einer Vorwahl entschieden werden, wer von ihnen sich vorstellen darf. 20 bis 30, für mehr dürfte kaum Zeit sein.

9:40 Uhr: Das Tagungspräsidium für den Parteitag wird einstimmig gewählt. „Fast Ostverhältnisse“, scherzt ein Mitglied. Nun wird der Ablauf des Parteitages vorgestellt. Wortbeiträge aus dem Plenum sollen auf zwei Minuten begrenzt werden. Zu jedem Thema sollen maximal fünf Wortbeiträge zugelassen werden.

9:35 Uhr: „Nicht wir haben Angst vor der Zukunft sondern die haben Angst vor uns“, ruft Adam den Politikern entgegen, die der AfD Angst- und Panikmache unterstellen. Die Anwesenden ruft er auf dem Parteitag zur Disziplin auf. Nicht alles müsse von jedem gesagt werden. Seine Rede endet mit den Worten: „Wir wollen die Alternative bieten, die den Wählern von den etablierten Parteien vorenthalten wird.“

9:30 Uhr: Konrad Adam eröffnet den Parteitag mit dem läuten der Sitzungsglocke. Dies sei der der erste Parteitag in einer „hoffentlich langen erfolgreichen Geschichte”. Ohrenbetäubender Applaus brandet auf. „Wenn wir unsere Aufgabe heute erledigen ist uns der Erfolg sicher.” Die EU-Kommission hat einen Vertreter zum Parteitag entsendet. Seine Anwesenheit wird mit Buh-Rufen quittiert.

„Europas Zustand ist kläglich“, ruft Adam in den Saal. „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die europäischsten Werte wurden verraten und verkauft.“ Scharf geht der frühere FAZ-Redakteur mit der „Sprachpolizei“ ins Gericht. „Wir sollten den Vorwurf des Populismus als Auszeichnen betrachten.“ Demokratie sei aus sich heraus populistisch. Europa müsse vor dem Euro geschützt werden, sagt Adam.

9:20 Uhr: Hans-Olaf Henkel trifft ein. Der frühere Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) unterstützt seit langem euro-kritische Bewegungen und gilt als wichtiger Unterstützer der AfD. Kaum ist der ehemalige BDI-Chef eingetroffen, umringt ihn sofort ein Pulk von Journalisten.

9:15 Uhr: Durchsage von der Versammlungsleitung: Der Saal ist voll. Ein zweiter Raum wird für diejenigen AfD-Mitglieder eingeräumt, die keinen Sitzplatz mehr gefunden haben. „Wir wurden vom Erfolg überrannt”, heißt es vom Podium. Applaus brandet auf.

9:10 Uhr: Noch deutet nichts auf einen Beginn des Parteitages hin. Die prominenten Köpfe der AfD (Bernd Lucke, Alexander Gauland und Konrad Adam) verschwinden in einem Pulk von Journalisten. Mehr als 100 Pressevertreter haben sich angemeldet. Darunter auch aus Japan und dem arabischsprachigen Raum.

9:00 Uhr: Die AfD hat sich einiges vorgenommen. 13 Tagesordnungspunkte stehen auf dem Programm. Bis 18 Uhr sollen ein Vorstand gewählt und das Wahlprogramm beschlossen werden.

8.45 Uhr: Das Hotel InterContinental in Berlin öffnet seine Tore für Presse und die Parteimitglieder. Am Eingang bilden sich lange Schlangen. Im Vorfeld hatten sich mehr als 1.500 AfD-Mitglieder angekündigt. Noch ist unklar, ob auch alle in den Sitzungssaal passen.