23. Mai 2018

Christenverfolgung: Wie viele Märtyrer gibt es?

Quelle: idea.de

Massimo Introvigne: "Alle fünf Minuten stirbt ein Christ..." Foto: Didi01/pixelio.de

Massimo Introvigne: „Alle fünf Minuten stirbt ein Christ…“ Foto: Didi01/pixelio.de

Rom/Frankfurt am Main/Uhldingen (idea) – Das Christentum gilt als die am meisten verfolgte Religion des 21. Jahrhunderts. Nach Schätzungen von Menschenrechtlern haben 200 Millionen Christen in 64 Staaten keine oder nur eine sehr eingeschränkte Religionsfreiheit. Etliche bezahlen sogar mit dem Leben dafür, dass sie sich zu Jesus Christus bekennen.

Doch wie viele Christen sterben jährlich den Märtyrertod? Darüber gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Der Vorsitzende der Beobachtungsstelle für Religionsfreiheit in Rom, der Soziologe Massimo Introvigne, sagte jetzt in einem Interview mit Radio Vatikan, dass im vergangenen Jahr 105.000 Christen wegen ihres Glaubens getötet wurden. Das heiße: „Alle fünf Minuten stirbt ein Christ. Das ist wirklich extrem erschreckend.“ Introvigne bezieht sich auf eine Statistik des US-amerikanischen Studienzentrums für Weltweite Christenheit (South Hamilton/Massachusetts).

Als „brenzlig“ bezeichnet er die Lage für Christen in all den Ländern, in denen der islamische Fundamentalismus sehr präsent sei, etwa in Nigeria, Somalia, Mali, Pakistan und in Teilen Ägyptens. Im Blick auf die Blasphemiegesetze in Pakistan, nach denen immer wieder Christen angeklagt werden, sagte Introvigne: „Wir dürfen die Exekutionen und die Lynchjustiz nicht vergessen. Manchmal ist es die aufgebrachte Menge selbst, die von irgendeinem Prediger aufgehetzt wird, den Angeklagten ermordet, noch bevor er verurteilt wurde. In Pakistan gibt es leider sehr viele solcher Fälle.“ Schwierig sei die Situation auch für Christen in kommunistisch geprägten Staaten wie Nordkorea. Dort würden sie als „Verräter der Landestraditionen oder des Staates“ angesehen. [Weiterlesen]