11. Dezember 2017

Koran-Verteilung zielt auf Überwindung der Rechtskultur

Quelle: idea.de

Foto: Thomas Schneider

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Berlin (idea) – Mehr Aufklärung über die radikal-islamischen Salafisten hat die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin gefordert. Die derzeitige salafistische Koran-Verteilaktion ziele auf die Überwindung der deutschen Rechtskultur, heißt es in einer am 17. April veröffentlichten Stellungnahme dieser Einrichtung der EKD.

Kreise um den islamistischen Kölner Prediger Ibrahim Abou-Nagie verteilen derzeit in Fußgängerzonen kostenlos das heilige Buch der Muslime. Insgesamt sollen 25 Millionen Exemplare im deutschsprachigen Raum verbreitet werden. Der EZW zufolge kann und sollte die Verteilung rechtlich nicht unterbunden werden, denn sie sei Ausdruck der Religionsfreiheit. Allerdings sollte jeder Empfänger einer Koranausgabe darüber aufgeklärt werden, wer hinter der Aktion stehe, so EZW-Leiter Reinhard Hempelmann und der Islam-Referent Friedmann Eißler. Dies seien Kreise, „deren Ideologie demokratie- und menschenrechtsfeindlich ausgerichtet ist, die die Welt in Gut und Böse, in Gläubige und Ungläubige einteilen“. Wer das fundamentalistische Islamverständnis nicht teilt, werde als Kafir (Ungläubiger) beschimpft. Dialog und Integration würden abgelehnt. In religiösen „Liedern“ (Nasheeds) werde das „Märtyrertum“ verherrlicht oder sogar zum bewaffneten Kampf aufgerufen. „Staat und Gesellschaft sollen mit einer rückwärtsgewandten Koranauslegung nach islamischen Normen radikal umgestaltet werden“, heißt es in der EZW-Stellungnahme.

EZW warnt vor Radikalisierung junger Muslime

Abou-Nagie gelte als einer der gefährlichsten Islamistenprediger in Deutschland. Vereine wie „Die wahre Religion“ und „Einladung zum Paradies“ (MuslimTube.de) stünden mit Recht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Sie lehnten die grundlegenden Werte und Freiheitsrechte des säkularen Rechtsstaates ab und schadeten der großen Mehrheit der Muslime, so die EZW. Nicht nur der Staat, sondern auch die zivilgesellschaftlichen Organisationen, die muslimischen Verbände und die Kirchen müssten den Missbrauch der Religion durch Aufklärung überwinden helfen. Zulauf hätten die Salafisten, deren Zahl in Deutschland auf 3.000 bis 5.000 geschätzt wird, vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie würden durch massive Internetpropaganda erreicht und zum Islam eingeladen: „Eine besondere Gefahr liegt in der Radikalisierung von jungen Muslimen bis hin zur Gewaltbereitschaft.“