15. Dezember 2017

Hotelier kritisiert Unterwerfung der Politik vor Linksextremen

Quelle: jungefreiheit.de

Orania.Berlin GmbH & Co. Hotel und Restaurant KG, Screenshot orania.berlin/de/

BERLIN. Der Betreiber des Fünf-Sterne-Hotels Orania in Berlin-Kreuzberg hat der Bezirkspolitik vorgeworfen, sich linksextremen Gruppierungen zu unterwerfen. Politiker würden sich in einem Klima der Angst nicht trauen, ohne Zustimmung der linken Szene zu handeln, sagte Hotelchef Dietmar Mueller-Elmau der taz.

„Ein grüner Politiker darf nicht in unser Restaurant kommen, wenn er sich das nicht vorher hat genehmigen lassen von bestimmten Leuten“, kritisierte Mueller-Elmau. Im Oktober hatten mutmaßlich Linksextreme das Hotel mit Pflastersteinen attackiert. In einem Bekennerschreiben hieß es, man wolle die Gentrifizierung in dem Kiez stoppen.

Der Hotelier sei nicht der einzige Unternehmer in Kreuzberg, der mit Drohungen und Angriffen unter Druck gesetzt werde. „Auch von Geschäften in der Oranienstraße höre ich, daß ihnen gedroht wurde, wenn sie etwas mit uns zusammen machen wollen“, erzählte Mueller-Elmau.

Hoher „Druck zur Gleichmacherei“

Militante Linke seien offenbar daran interessiert, ideologisch mißliebige Personen mit „Terror“ einzuschüchtern. Dieser Druck erreiche auch linke Politiker wie den Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne). Dieser habe im persönlichen Gespräch das Hotel gelobt, anschließend sei er jedoch öffentlich aufgetreten und habe es als „Baustein der Gentrifizierungsdynamik“ bezeichnet, so Mueller-Elmau. In Kreuzberg herrsche ein hoher „Druck zur Gleichmacherei“.

Dies bestätigte der Vorsitzende der CDU in dem Bezirk, Kurz Wansner: „Viele Politiker wollen dieses Hotel nicht betreten oder trauen es sich nicht, weil sie auf die Zustimmung ihrer Klientel achten müssen“, sagte er der Berliner Zeitung. Viele potentielle Gäste hätten Angst vor einem Besuch in dem Hotel, weil es bei Linksextremen als Symbol des Kapitalismus gelte. (ls)