25. September 2017

Müll, Kot und Drogen: Bürgerinitiative kämpft gegen Verwahrlosung

Quelle: jungefreiheit.de

Neumarkt in Köln: Anwohner kritisieren Stadtspitze Foto: wikimedia.org / © Raimond Spekking / CC BY-SA 3.0

KÖLN. Zugemüllte Straßen, Kriminalität, menschlicher Kot in Hauseingängen und Oralverkehr: Was sich am Drogen-Schwerpunkt am Neumarkt in Köln täglich abspielt, ist für die Anwohner nur schwer zu ertragen. Deshalb haben sie sich nun zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und die Stadtführung kritisieren die Stadtführung heftig.

An der U-Bahn-Station am Neumarkt setzten sich Rauschgiftsüchtige Spritzen oder verrichteten Geschäft, berichtet der Kölner Express. Hinzu kämen Aggressivität, Dreck und Beschaffungskriminalität. „All dies schwappt jetzt zunehmend in die angrenzenden Wohngebiete“, zitiert das Blatt den Geschäftsmann Heinrich Remagen.

Sabine Münch von der Initiative beklagt, Anwohner hätten mittlerweile Angst, vor die Tür zu gehen – und die Belästigungen nähmen zu. „Dies geht von der Verrichtung des Geschäfts in Hauseingängen über Bedrohungen bis hin zum Oralsex auf offener Straße“, erzählt die Frau.

Für Geschäftstreibende und Hoteliers ein existenzbedrohender Zustand, beschreibt Alexandra Evers. Die Geschäftsführerin des Naturheilzentrums „Wirbeldoc“ beklagt, daß sich immer mehr Patienten nicht mehr zu ihrer Praxis trauten.

Hilfegesuche an Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker seien unbeantwortet geblieben. Statt dessen hätten die Anwohner aus der Zeitung von einem neuen Hilfsangebot für Junkies erfahren, die in zehn für sie eingerichteten Kabinen ihre Suchtmittel konsumieren könnten. Die Folge: Noch mehr Abhängige kommen auf den Neumarkt. „Das ist nicht die Art, wie man mit Bürgern umgeht“, kritisiert Münch.

„Die Stadt spricht dabei von einem Experiment. Das macht uns fassungslos. Wir fordern ein Gesamtkonzept“, sagt ein Anwohner der Zeitung. Die Stadt müsse die Pläne für den „Drogenkonsumraum“ dringend stoppen. (ls)