18. November 2017

Islam-Lobbyisten im Meßgewand

Bibel und Koran: Christliche Geistliche fungieren als Islam-Lobbyisten Foto: Thomas Schneider/agwelt

Bibel und Koran: Christliche Geistliche fungieren als Islam-Lobbyisten Foto: Thomas Schneider/agwelt

Quelle: jungefreiheit.de

von Michael Paulwitz

Einige der eifrigsten Islam-Lobbyisten und AfD-Verteufler hierzulande tragen hauptberuflich Talar und Meßgewand. Wem das seltsam vorkommt, der hat noch nicht gemerkt, daß die christlichen Amtskirchen im Selbstverständnis etlicher ihrer führenden Repräsentanten eher mit der Politik verfilzte und von ihr abhängige Sozialkonzerne denn Hüter letzter Glaubensgeheimnisse und Seelsorger ihrer Herde sind.

Auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ist so ein Islam-Lobbyist im Meßgewand. Seine Suada, mit der er der AfD wegen ihrer Forderungen zum Umgang mit dem Islam in Deutschland „Gehässigkeit“, das „Schüren“ von „Ängsten“ und „Grundgesetzwidrigkeit“ unterstellt, strotzt selbst von unlauteren Verkürzungen, gewollten Fehlschlüssen und plumper Angstmacherei.

Demagogischer Kniff

Wahrscheinlich weiß auch Woelki, daß die Freiheit der Religionsausübung ein individuelles Grundrecht ist, zu dessen Ausübung weder Macht- und Prunkbauten wie die als Konkurrenz zu seinem Dom errichtete Protzmoschee in Köln-Ehrenfeld noch Herrschaftszeichen wie Minarett und Muezzinruf oder Kopftücher und Vollverschleierung als Symbole der Selbstausgrenzung nötig sind, und erst recht nicht, so zu tun, als sei „der Islam“ mit all seinen heterogenen Strömungen auch nichts anderes als eine christliche Kirche.

Trotzdem behauptet Woelki, Minarett und Kirchturm seien im Grunde dasselbe. Der demagogische Kniff ist durchsichtig: Um seine Gläubigen auf eine nachgiebige Linie gegenüber islamischen Ansprüchen einzuschwören, spielt er mit diffusen Ängsten, wer Negativerscheinungen des Islam kritisiere, wolle auch Katholiken und Protestanten das Grundrecht auf Religionsfreiheit streitig machen.

Da ließen „gläubige Muslime, Juden und Christen sich nicht auseinanderdividieren“, beschwört der Kardinal eine fiktive Einheitsfront. Fragt sich nur, mit wem er sich da so untrennbar verbunden fühlt. Mit den Islamverbänden, von denen er die demagogische Propagandafigur übernommen hat, gleich „Ausgrenzung“ und „Verfolgung“ zu schreien, wenn der Islam-Lobby nicht jede gewünschte Extrawurst gebraten wird?

Friede-Freude-Eierkuchen-Gemälde

Oder will er christlichen Asylbewerbern, die vor den Übergriffen ihrer moslemischen Mitbewohner aus deutschen Asylunterkünften flüchten, ernsthaft erklären, sie sollten sich mit jenen „gläubigen Muslimen“, die ihnen nach Leib und Leben trachten, nur ja nicht „auseinanderdividieren“ lassen?

Die Borniertheit, mit der der Oberhirte der reichsten Diözese die real vorhandenen Risiken und Nebenwirkungen der islamischen Masseneinwanderung, einschließlich importiertem Fanatismus, Juden- und Christenhaß, keiner Erwähnung würdigt, während er sein multikulturelles Friede-Freude-Eierkuchen-Gemälde pinselt, sucht ihresgleichen.

Woelki ist dabei kein vereinzelter Irrläufer. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, der frühere Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider stoßen ins selbe Horn.

Angebliche Verletzung der „religiösen Gefühle“

Man kann das als vorauseilende Unterwerfung unter moslemische Machtansprüche lesen – so wie jüngst im Rathaus Köpenick eine Fotoausstellung prophylaktisch zensiert wurde, ohne daß ein migrationshintergründiger Besucher sich überhaupt, wie von der zuständigen Kulturamtsleiterin befürchtet, wegen angeblicher Verletzung seiner „religiösen Gefühle“ beschwert hätte.

Oder als schamlose Anbiederung an die Mächtigen in Staat und Gesellschaft. Wer in seinen sozialindustriellen Großunternehmen Caritas und Diakonie mehr Leute beschäftigt als VW oder Siemens, beißt die Hand nicht, die ihn füttert, und giftet gegen jeden, der die einträgliche Symbiose stört.

Der Stadtdekan der katholischen Kirche in Stuttgart, Christian Hermes, der im Zuge der Islam-Debatte seinen Feldzug fortsetzte und die AfD als „niederträchtige Bewegung“ und „Zwilling der Islamisten“ verunglimpfte, hat ein paar Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg die Katze aus dem Sack gelassen.

Er könne sich nicht vorstellen, daß „jemand, der seinen katholischen Glauben ernstnimmt“, für die AfD stimme, erklärte Hermes Anfang Februar. Sein Hinweis, das sei natürlich keine „Wahlempfehlung“, kommt ähnlich schlawinerig daher wie jene bayerischen Dorfpfarrer, in deren Predigten an Wahlsonntagen die Aufforderung nicht fehlen durfte, ja bloß das Kreuzl bei einer „christlichen Partei“ zu machen.

Wo die wahren Ausgrenzer und gefährlichen Vereinfacher zu finden sind, dürfte damit jedenfalls klargestellt sein.