17. Oktober 2017

Neue Machtbalance

Quelle: factum

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Der politische und wirtschaftliche Einfluss des Westens nimmt ab, die Machtgewichte verlagern sich nach Asien. Die Antiterror-Strategie des Westens war nur bedingt erfolgreich, während der «Arabische Frühling» dem islamischen Terrorismus neue Dynamik verliehen hat.

(19. April 2013/tl.) – Das geht aus einer Studie des Think-Tanks des Centers for ­Security Studies (CSS) der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich hervor.

Das riesige Haushaltsdefizit der USA und die wirtschaftlichen Probleme in den westlichen Industrienationen verändern das globale Kräfteverhältnis deutlich. Die Wachstumszentren verschieben sich nach Fernost, vor allem nach China.

Kritisch bewerten die Wissenschaftler des CSS die Reaktion des Westens auf diese Herausforderung. Die Regierungen greifen jetzt verstärkt in Wirtschaftsprozesse ein und orientieren ihre Wirtschaftsbeziehungen stärker an strategischen Gesichtspunkten. Kurzfristig führt dies zu wirtschaftlichem Wachstum. Die Wissenschaftler sehen darin aber eine Gefahr für die Weltwirtschaft.

Ob die westliche Führungsrolle wieder erstarken könne, hänge davon ab, inwieweit die westlichen Länder ihre wirtschaftlichen Probleme lösen werden. Die immensen Kosten der USA für den Kampf gegen den Terrorismus haben die politisch-wirtschaftliche Macht der USA geschwächt. Allein die Kosten für die Einsatztruppen im Irak und Afghanistan belaufen sich bislang auf 1,2 Billionen Dollar.

Die Strategie Amerikas, den Terrorismus vor allem in den Herkunftsländern zu schwächen, sei nur bedingt gelungen, so die Studie. Der Einfluss der Taliban in Afghanistan ist nicht gestoppt, die Wirtschaft des Landes ist nach wie vor vom Drogenanbau abhängig. Der «Arabische Frühling» habe Terrororganisationen wie Al-Qaida neue Dynamik verliehen.

Dieser Artikel ist im factum-Magazin erschienen.