17. Oktober 2017

AUF-Partei: Vorstandsmitglied legt Amt nieder

Quelle: idea.de

Das ehemalige Vorstandsmitglied der AUF-Partei, Daniel Rottmann. Foto: PR

Das ehemalige Vorstandsmitglied der AUF-Partei, Daniel Rottmann. Foto: PR

Mit sofortiger Wirkung hat ein Mitglied des Bundesvorstandes der christlichen Partei AUF (Partei für Arbeit, Umwelt und Familie) sein Amt niedergelegt. Der Beisitzer Daniel Rottmann (Foto) übernimmt damit nach eigenen Worten zum einen „die Verantwortung für administrative Fehler“, zum anderen könne er „den eingeschlagenen Kurs im Bundesvorstand und den Führungsstil innerhalb der Partei nicht mehr mittragen“.

Ibbenbüren/Stuttgart (idea) – Mit sofortiger Wirkung hat ein Mitglied des Bundesvorstandes der christlichen Partei AUF (Partei für Arbeit, Umwelt und Familie) sein Amt niedergelegt. Der Beisitzer Daniel Rottmann (Ibbenbüren) übernimmt damit nach eigenen Worten zum einen „die Verantwortung für administrative Fehler“, zum anderen könne er „den eingeschlagenen Kurs im Bundesvorstand und den Führungsstil innerhalb der Partei nicht mehr mittragen“. Besonders missfalle ihm der Umgang mit abweichenden Meinungen: Wer eine solche Haltung einnehme, sei zum Teil massiv unter Druck gesetzt worden. Auseinandersetzungen mittels „Ausgrenzungen, Durchregieren und Aburteilen“ seien einer christlichen Partei nicht würdig. Seit der Europawahl 2009 habe der Bundesvorstand keine wesentlichen thematischen Impulse mehr vermitteln können. Abgesehen von wenigen Landes- und Kreisverbänden sei es zur Stagnation in der Partei gekommen. Die anstehende Verschmelzung am 3. November mit der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) bereitet Rottmann Sorgen. Er befürchtet, dass eine „sektiererische christliche Kleinpartei“ entstehen könnte, die zu den Themen Arbeit, Umwelt und Familie gar nicht mehr gehört werde, weil eine neue christliche Partei in der öffentlichen Wahrnehmung auf „die Streitthemen Abtreibung, Homosexualität und Israel“ reduziert werden könnte. Rottmann wechselte 2007 aus der PCB in die AUF-Partei und zählte 2008 zu den Gründer des Landesverbandes Schleswig-Holstein. Nach seiner Einschätzung ist eine Teilnahme der AUF-Partei an der Bundestagswahl 2013 „mehr als fraglich“.

Bundesvorsitzender: Kritik nicht nachvollziehbar

Der Bundesvorsitzende der AUF-Partei, Dieter Burr (Weissach bei Stuttgart), kann Rottmanns Kritik nicht nachvollziehen. Der Bundesvorstand habe dem ehemaligen Beisitzer den Rücktritt nahegelegt, da er unter anderem Gesprächsprotokolle des Bundesvorstandes an Dritte weitergereicht habe. Burr sagte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Bei uns muss keiner seine Meinung hinter dem Berg halten.“ Rottmanns Vorwürfe bezeichnete der Bundesvorsitzende als „schlicht daneben“. Die meisten Entscheidungen im Bundesvorstand würden auch nach kontroverser Diskussion letztlich mehrheitlich getroffen. Beim kommenden Bundesparteitag am 15. September in Asberg bei Ludwigsburg gehe es in erster Linie um die anstehende Fusion mit der PCB. Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt sei die anstehende Bundestagswahl, so Burr. Die AUF-Partei besteht seit 2008 und hat in ganz Deutschland rund 600 Mitglieder.