18. Oktober 2017

Nürnberg: Landeskirche unterstützt Moscheebau

Quelle: idea.de

Der Islam-Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Rainer Oechslen. Foto: PR

Der Islam-Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Rainer Oechslen. Foto: PR

Der Islam-Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Rainer Oechslen (Foto), hat sich für den geplanten Bau einer Moschee im Nürnberger Stadtteil Hasenbuck ausgesprochen. Oechslen wünschte sich mehr religiöse Toleranz, einen Aufruf zum Gebet durch einen Muezzin lehnte er jedoch ab.

Nürnberg (idea) – Der geplante Bau einer Moschee im Nürnberger Stadtteil Hasenbuck sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen. Jetzt hat sich der Islam-Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Rainer Oechslen (München), für das Projekt ausgesprochen. Nach heftigen Diskussionen hatte die Stadt Nürnberg dem Bau im Juni zugestimmt. Anwohner des Stadtteils stören sich besonders am geplanten Minarett der Moschee. Das Landgericht Ansbach, bei dem inzwischen mehrere Klagen eingingen, wird sich deshalb demnächst mit dem Fall beschäftigen. Wie Oechslen der Nachrichtenagentur dpa sagte, wünscht er sich mehr religiöse Toleranz: „Ein Minarett kennzeichnet ein Gebäude als Moschee. Ich sehe gar nicht ein, warum das verboten werden sollte.“ Einen Aufruf zum Gebet durch einen Muezzin lehnte er aber ab. Diese sollten nur innerhalb der Moschee stattfinden. „Hier müssen Kompromisse gesucht werden, um die Anwohner zu schonen. Auch das Glockenläuten der christlichen Kirchen musste ja in Einzelfällen schon leiser gemacht werden“, betonte er. Das geplante 13 Meter hohe Minarett soll der Optik dienen und nicht begehbar sein.