24. Oktober 2017

Sicherheitskräfte stürmen Gottesdienst

Quelle: idea.de

Mit Steinen beworfen und geschlagen - mehrere Christen wurden schwer verletzt. Foto: IGFM

Mit Steinen beworfen und geschlagen – mehrere Christen wurden schwer verletzt. Foto: IGFM

Sicherheitskräfte in Vietnam haben gewaltsam einen Gottesdienst in der Provinz Nghe An im Norden des Landes aufgelöst. Hunderte mit Sturmgewehren bewaffnete Soldaten und Polizisten hätten eine Kapelle im Kreis Con Cuong umzingelt und das Gebäude mit Steinen beworfen. Eine Frau schwebt in Lebensgefahr.

Hanoi/Frankfurt am Main (idea) – Sicherheitskräfte in Vietnam haben gewaltsam einen Gottesdienst in der Provinz Nghe An im Norden des Landes aufgelöst. Dabei wurden ein Geistlicher und mehrere Besucher verletzt. Eine Frau schwebt in Lebensgefahr. Das teilte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am 10. Juli in Frankfurt am Main mit. Nach ihren Angaben ereignete sich der Angriff am 1. Juli. Hunderte mit Sturmgewehren bewaffnete Soldaten, Polizisten und Mitglieder regierungsnaher Organisationen hätten eine katholische Kapelle im Kreis Con Cuong umzingelt, den Gottesdienst mit Lautsprechern gestört und das Gebäude mit Steinen beworfen. Anschließend habe man die Teilnehmer aus der Kapelle herausgedrängt. Als die Gläubigen den Gottesdienst vor dem Gebäude fortsetzten, hätten Beamte und regierungsnahe Schläger mit faustgroßen Steinen auf sie geworfen und sie körperlich angegriffen. Dabei habe eine Besucherin einen Schädelbruch erlitten und in eine Klinik nach Hanoi gebracht werden müssen. Laut IGFM wurden mehrere Christen verhaftet. Besucher hätten rund 20 in Zivil gekleidete Angreifer festgehalten, um sie den Behörden zu übergeben. Die Täter hätten ausgesagt, für die Übergriffe bezahlt worden zu sein. Der katholische Erzbischof von Vinh, Nguyen Thai Hop, beklagte, dass die Gewalt gegen Christen in der Provinz Nghe An zunehme. Im kommunistisch regierten Vietnam kommt es immer wieder vor, dass Gottesdienste gestört oder aufgelöst und Christen wegen ihres Glaubens inhaftiert werden. Die IGFM hat die vietnamesische Regierung aufgefordert, die Gewalt gegen Christen zu beenden, Religionsfreiheit zu gewähren und Verantwortliche für Übergriffe zur Rechenschaft zu ziehen. Von den knapp 89 Millionen Einwohnern Vietnams sind 52,5 Prozent Buddhisten, 23,2 Prozent Nicht-Religiöse und 9,4 Prozent Christen, meist Katholiken. 1,3 Prozent sind evangelisch. Der Rest gehört Stammes- oder Naturreligionen an.