15. Dezember 2017

Internet: Abzocke in Single-Börsen

Quelle: idea.de

Betrüger richten in Online-Singlebörsen in den USA 39 Millionen Euro Schaden an. Foto: istockphoto.com

Betrüger richten in Online-Singlebörsen in den USA 39 Millionen Euro Schaden an. Foto: istockphoto.com

New York/Hannover (idea) – Immer mehr Menschen werden auf Online-Singlebörsen Opfer von Betrügern. Wie das Internet Crime Complaint Center (New York) berichtet, schädigten Gauner Partnersuchende im Internet im vergangenen Jahr allein in den USA um rund 39 Millionen Euro.

Die Verbrecher durchsuchten Netzwerke und Chaträume nach Nutzern, die auf der Suche nach einer Liebesbeziehung waren. Die Betrüger erschlichen sich das Vertrauen der Opfer und erbaten dann finanzielle Gefälligkeiten. Meist verwendeten die Betrüger einstudierte Geschichten. Die Opfer waren laut Bericht meist über 40 Jahre, geschieden oder verwittwet. In den USA gab es 2011 rund 5.600 Beschwerden wegen Betruges im Umfeld von Single-Börsen. Die durchschnittliche Schadenssumme lag bei 7.000 Euro. Dieser hohe Betrag kommt durch die Begleichung teurer Rechnungen für die Verbrecher zustande. Häufig standen Flugtickets und Arztbesuche auf den Wunschlisten der Abzocker.

Auch christliche Angebote in Deutschland betroffen

Für Deutschland gibt es bisher keine entsprechenden Statistiken. Tobias Zschörkner, Gründer der Interetseite von „himmlisch-plaudern.de“ (Hannover), bestätigte allerdings auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtentagentur idea (Wetzlar), dass solche Betrugsfälle hierzulande auch bei christlichen Internet-Singlebörsen vorkommen: „Ja, das ist eines der größten Probleme von vielen Datingseiten in Deutschland. Auch christliche Portale sind betroffen. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem ein anderes christliches Singleportal alle Nutzer informieren musste, weil wohl gleich mehrere Nutzer abgezockt wurden und man nicht wusste wie man dem begegnen kann.“ Betrügereien ließen sich laut Zschörkner aber vermeiden, wenn Portale konsequent die Profil der Nutzer prüfen würden. 98 Prozent der Abzocker seien so ungeschickt, dass man sie sofort erkenne. „Aber auch die anderen kann man zweifelsfrei identifizieren – zumindest haben wir dafür ein Mittel gefunden. An dieser Stelle zahlt es sich aus, dass wir Accounts vor der Freischaltung manuell prüfen und ein großes Team von Administratoren hinter der Seite steht.“ „himmlisch-plaudern.de“ gehört mit über 17.000 registrierten Benutzern zu den größten christlichen Single-Börsen in Deutschland.