21. Oktober 2017

Vergangene Zeiten nicht verklären

Quelle: idea.de

Foto: PR

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Freising (idea) – Vor einer Verklärung vergangener Zeiten im Blick auf das Zusammenleben von Familien hat der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm (München), gewarnt. Wie er zur Eröffnung der „Woche für das Leben“ am 21. April in Freising sagte, leben Familien heute in der Regel an unterschiedlichen Orten und nicht mehr so eng zusammen wie früher.

Diese Veränderungen würden manchmal bedauert, seien „eigentlich aber eine große Chance“. Er freue sich über die zahlreichen Initiativen, die es heute gebe, um Familien zu unterstützen: „Wie viel Leben steckt in den Generationenhäusern, den Lerninitiativen, der Leseinsel, der Möglichkeit, sich Großeltern auf Zeit suchen zu können.“ Das sei ein großer Reichtum.

Kardinal Marx: Ohne Familien gibt es keine Gesellschaft

Der katholische Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, sagte, die Förderung von Familien könne nur dann greifen, „wenn sie grundsätzlich anerkennt, dass die Gesellschaft eine unaufhebbare Verpflichtung hat gegenüber der Familie“. Es helfe dabei nicht, Bedürfnisse gegeneinander aufzurechnen, etwa Familie und Arbeitswelt gegeneinander zu stellen. Der Kardinal, der Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz ist, würdigte die Familie als „entscheidende Lebensquelle für Gesellschaft, Kultur und Bildung“ und forderte von der Politik mehr Familienfreundlichkeit als Leitkriterium politischen Handelns: „Ohne Familie gibt es keine Gesellschaft, keine Kultur, kein lebensfähiges Gemeinwesen.“

Sozialministerin: Warum die Generationen zusammenhalten müssen

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hob die Bedeutung des Zusammenhaltes der Generationen hervor: „Ein starkes Band zwischen den Generationen ist die unverzichtbare Basis für gute Lebens- und Arbeitsbedingungen in unserem Land.“ So unterstütze der Freistaat beispielsweise die Kommunen bei der nachhaltigen Sicherung von Mehrgenerationenhäusern, trage mit seinen Programmen zur Sensibilisierung von Jung und Alt für die jeweiligen Belange des anderen bei und befördere den Auf- und Ausbau von Generationenprojekten in Bayern. Die diesjährige Woche für das Leben soll bis zum 28. April auf den besonderen Schutz und die Würde menschlichen Lebens hinweisen. Unter dem Jahresthema „Engagiert für das Leben: Mit allen Generationen“ finden zahlreiche Veranstaltungen in Gemeinden, Kirchen und Akademien statt, die Anregungen und konkrete Beispiele für ein besseres Miteinander von Jung und Alt geben. Mit der von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der EKD gemeinsam getragenen Aktion „Woche für das Leben“ leisten die Kirchen seit über 20 Jahren einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für den Wert und die Würde des menschlichen Lebens.