18. Oktober 2017

USA: Abtreibung wird zum Wahlkampfthema

Quelle: idea.de

Ex-Präsident Jimmy Carter wünscht sich mehr Lebensrecht bei den Demokraten. Foto: Flickr/Grace

Ex-Präsident Jimmy Carter wünscht sich mehr Lebensrecht bei den Demokraten. Foto: Flickr/Grace

Washington (idea) – Die Abtreibungsfrage wird zu einem immer brisanteren Thema im US-Präsidentschaftswahlkampf. Die Haltung zum Schwangerschaftsabbruch entzweit in zunehmendem Maße Demokraten und Republikaner.

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter – ein Demokrat wie Amtsinhaber Barack Obama – möchte das Parteiprogramm so ändern, dass es Lebensrechtlern leichter fällt, ihre Stimme den Demokraten zu geben. Ihr Programm tritt für das „Recht“ der Frau auf „legale und sichere“ Abtreibung ein. Die Demokaten bekräftigen das Grundsatzurteil des Obersten Gerichts aus dem Jahr 1973, das den Schwangerschaftsabbruch legalisiert hatte. Seither sind in den USA schätzungsweise mehr als 54 Millionen Kinder im Mutterleib ohne rechtliche Folgen getötet worden. Obama hat der Internetzeitung Christian Post zufolge erst vor kurzem die größte Abtreibungsorganisation in den USA, Planned Parenthood (Geplante Elternschaft, vergleichbar mit „Pro Familia“), gewürdigt und ihr weitere staatliche Unterstützung zugesagt.

Republikaner: Heiligkeit unschuldigen Lebens achten

Die Republikaner heben in ihrem Parteiprogramm das „fundamentale Lebensrecht“ ungeborener Kinder hervor. Zu ihrem Schutz streben sie einen Verfassungszusatz an. Auch sollen keine Steuergelder zur Förderung von Abtreibung verwendet werden. Die Partei unterstützt ferner die Berufung von Richtern, „die die Heiligkeit unschuldigen menschlichen Lebens“ achten.

Carter: Jesus würde Nein zur Abtreibung sagen

Der 87-jährige Baptist Carter, der von 1977 bis 1981 als Präsident amtierte, sagte jetzt der Christian Post, es habe in seiner Laufbahn nur einen Punkt gegeben, in dem das Programm seiner Partei unvereinbar mit seinen Glaubenswerten gewesen sei – nämlich im Blick auf die Abtreibung. Als Christ sei er überzeugt, dass Jesus Abtreibung nicht gutheißen würde – mit Ausnahme von extremen Fällen wie Inzest, Vergewaltigung oder einer akuten Gefahr für das Leben der Mutter. In einem Offenen Brief habe er daher angeregt, dass die Demokratische Partei einen entsprechenden Passus in ihr Programm aufnehme. Dann würden die Demokraten auch für einige Lebensrechtler wählbar, die jetzt die Republikaner unterstützen. In seiner Amtszeit habe er das Grundsatzurteil des Obersten Gerichts respektieren müssen. Er habe aber alles getan, um die Notwendigkeit von Abtreibungen zu minimieren, etwa indem Adoptionen erleichtert wurden und Schwangere in Konfliktsituationen mehr Hilfe erhielten.