21. Oktober 2017

CDU-Politiker machen sich für Christen in der Türkei stark

Quelle: idea.de

Der Fraktionsvorsitzende Christean Wagner leitete die Klausurtagung der hessischen Landtagsfraktion in Istanbul mit Gottesdienstbesuch. Foto: idea/Bannach

Der Fraktionsvorsitzende Christean Wagner leitete die Klausurtagung der hessischen Landtagsfraktion in Istanbul mit Gottesdienstbesuch. Foto: idea/Bannach

Istanbul (idea) – Für eine Stärkung der Religionsfreiheit von Christen in der Türkei hat sich die hessische CDU-Landtagsfraktion bei einem Besuch in dem muslimisch geprägten Land eingesetzt. „Als C-Partei liegt uns die Situation der christlichen Minderheit in der Türkei besonders am Herzen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Christean Wagner (Marburg) nach dem Besuch eines ökumenischen Gottesdienstes in Istanbul.

Daran nahm die 70-köpfige Delegation während der fünftägigen Fraktionsklausur teil. „Wir haben im politischen Dialog hier in der Türkei immer wieder darauf Wert gelegt, dass die Freiheit der Christen garantiert wird. Die Regierung muss für die freie Religionsausübung auch der Christen eintreten“, erklärte Wagner. Das Recht, für seinen Glauben zu werben, ihn frei zu wählen und gegebenenfalls zu wechseln, seien verbindliche Elemente der Religionsfreiheit und der Menschenrechte. Sie müssten auch in islamisch geprägten Ländern gelten. Demokratie könne sich nur dann voll entfalten, wenn die volle Religionsfreiheit gewährleistet sei, so Wagner. Die Abgeordneten sprachen in Istanbul mit den dort tätigen deutschen Theologen, Pfarrerin Ursula August von der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde und Pater Christian Rolke von der katholischen Kirchengemeinde St. Paul.

Türkei: Einst Kernland des Christentums

In einer Presseerklärung erinnert die CDU-Fraktion daran, dass das Gebiet der heutigen Türkei einst zum Kernland des Christentums gehörte. Seit 2.000 Jahren praktizierten Christen dort ihren Glauben. Die wechselvolle Geschichte des Christentums auf dem Boden der heutigen Türkei sei den Gästen aus Deutschland beim Besuch in Nicäa und der Hagia Sophia in Istanbul erneut deutlich geworden. In der Kleinstadt Nicäa (heute Iznik bei Istanbul) hatte im Jahr 325 ein Konzil stattgefunden, um einen Glaubensstreit zu schlichten. Die Hagia Sophia ist eine ehemalige byzantinische Kirche, die 1452 zur Moschee umgewandelt wurde und heute als Museum dient. 99 Prozent der 75 Millionen Einwohner der Türkei sind Muslime. Etwa 4.000 ehemalige Muslime sind zum Christentum übergetreten. Insgesamt leben etwa 120.000 Christen im Land.