15. Dezember 2017

SPD-Politikerin: Christliche Werte werden in der Partei wichtiger

Quelle: idea.de

Die Bundestagsabgeordnete und SPD-Schatzmeisterin, Barbara Hendricks. Foto: PR

Die Bundestagsabgeordnete und SPD-Schatzmeisterin, Barbara Hendricks. Foto: PR

Berlin (idea) – Christliche Werte haben in der CDU an Bedeutung verloren, dagegen gewinnen sie in der SPD an Gewicht. Diese Ansicht vertrat die Bundestagsabgeordnete und SPD-Schatzmeisterin, die Katholikin Barbara Hendricks (Kleve), bei einer Podiumsdiskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung am 16. Januar in Berlin.

Die Veranstaltung „Christlicher Glaube als Kompass für die Politik – zwischen Prägung und Herausforderung“ mit 200 Teilnehmern fand in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Windthorst-Stiftung statt. Hendricks zufolge gibt es zwar immer noch mehr Christen in der CDU als in der SPD, doch habe ihr Anteil bei den Sozialdemokraten gegenüber deren Gründerzeit deutlich zugenommen. In der SPD gebe es heute prozentual mehr Christen als in der deutschen Bevölkerung. Dort sind es nach Angaben der EKD knapp 61,4 Prozent. Wie Hendricks sagte, gebe ihr der christliche Glaube eine „grundlegende Sicherheit“, die es erleichtere, politische Entscheidungen zu treffen.

CDU ist einer Zangenbewegung ausgesetzt

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Katholik Hermann Kues, erklärte, das christliche Selbstverständnis sei in der Unionsfraktion „etwas verloren gegangen“. Das „C“ in der CDU sei einer Zangenbewegung ausgesetzt: Die einen würfen der CDU vor, nicht mehr christlich genug zu sein, die anderen wollten mit dem Christlichen nichts mehr zu tun haben. Ihm selbst helfe der christliche Glaube, bei politischen Entscheidungen nicht hin- und herzuschwanken. Zudem nähmen nach seiner Beobachtung Christen im politischen Wettstreit mehr Rücksicht auf andere. Dies helfe, Brücken zu schlagen und einen Konsens zu finden.

Journalist: Christliches Abendland wird „radikal diesseitig“

Der Journalist im ARD-Hauptstadtstudio, Markus Spieker (Berlin), vertrat die Auffassung, dass die Prägekraft der Kirchen auf die Gesellschaft abnehme. Das christliche Abendland werde „radikal diesseitig“. Selbst Christen seien heute zunehmend „verwirrt“ und bezeichneten sich als „Suchende“, anstatt Gewissheit auszustrahlen. Er hoffe auf Christen in Politik und Medien, die den Mut haben, die Schweigespirale zu durchbrechen und sich als Christen zu bekennen. Er selbst sei manchmal zu schüchtern, seinen Glauben im beruflichen oder privaten Umfeld zu bekennen. Dabei sei Bekenntnisfreude heute wieder gefragt. Viele sehnten sich nach Menschen mit Leidenschaft und Überzeugungen.