19. November 2017

Krawalle in England: Aufruf zum „Heiligen Krieg“

Quelle: idea.de

Der Moslem Anjem Choudary. Foto: PR

Der Moslem Anjem Choudary. Foto: PR

London (idea) – Einige islamische Extremisten machen sich die Krawalle in englischen Großstädten zunutze. Im Internet rufen sie zum „Heiligen Krieg“ gegen die britische Regierung auf, so die Tageszeitung „Die Welt“.

Sie nutzten soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, um weitere Randale zu schüren. Englischen Presseberichten zufolge wurden einige Stadtteile auf gelben Plakaten als „Scharia-kontrollierte Zonen“ ausgerufen. Langfristiges Ziel sei die Errichtung eines „islamischen Emirats“, erklärte der Islamist Anjem Choudary nach Angaben der Tageszeitung Daily Mail. Gleichzeitig fanden im mittelenglischen Birmingham Trauerversammlungen für drei getötete Männer pakistanischer Herkunft statt, die auf einem Bürgersteig überfahren wurden. Sie wollten asiatische Geschäfte vor Plünderern schützen. Bei den Opfern handelt es sich um die Brüder Shazad Ali (30) und Abdul Musavir (31) sowie Haaron Jahan (21). Dessen Vater Tariq Shahan rief öffentlich dazu auf, keine Rache zu üben, sondern besonnen zu bleiben. Seine Familie erfahre Mitgefühl und Unterstützung aus der gesamten Bevölkerung ungeachtet von Herkunft und Religion. Unterdessen befragte die Polizei einen 32-jährigen Tatverdächtigen. Nach den sechstägigen Krawallen in London und mehreren süd-, mittel- und nordenglischen Städten hat die Polizei mehr als 1.300 Randalierer festgenommen; rund 300 wurden angeklagt.

Umfrage: Kriminelle und Banden verantwortlich

Durch ein Großaufgebot von 16.000 Polizisten verlief die Nacht zum 11. August relativ ruhig. Premierminister David Cameron (Konservative) hatte angekündigt, dass alle denkbaren Schritte unternommen würden, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Die Krawalle hatten am 6. August im Londoner Stadtteil Tottenham begonnen. Auslöser war der Tod des 29-jährigen dunkelhäutigen Mark Duggan, der von einer Polizeikugel getroffen worden sein soll. Um seine Angehörigen kümmert sich Pastor Valentin Dedji von der evangelisch-methodistischen Markus-Gemeinde in Tottenham. In einer Umfrage für die Zeitung „The Sun“ (London) vertraten 42 Prozent der Befragten die Ansicht, dass es sich bei den Krawallen um kriminelles Verhalten handele; 26 Prozent führten die Unruhen auf die wachsende Zahl von Banden zurück. Jeweils fünf Prozent machten Arbeitslosigkeit und Rassismus verantwortlich. Die Kirchen haben zu Friedensgebeten und praktischer Hilfe für die Opfer aufgerufen. Von den 61 Millionen Einwohnern Großbritanniens zählen 27 Millionen (44 Prozent) zur anglikanischen Kirche, 11 Millionen (18 Prozent) zu protestantischen Kirchen und 6 Millionen (10 Prozent) zur römisch-katholischen Kirche. 1,6 Millionen (2,6 Prozent) sind Muslime. Über 9 Millionen (15 Prozent) gehören keiner Religion an. Der Rest besteht aus Hindus, Sikhs, Buddhisten und Juden.