19. September 2017

USA: Tragisches Unglück bringt Amischen neue Sympathie

Quelle: idea.de

Amische fahren meist nur mit Kutschwagen. Foto: Aunt Owwee

Amische fahren meist nur mit Kutschwagen. Foto: Aunt Owwee

Jasper (idea) – Durch ein tragisches Unglück ist die protestantische Gemeinschaft der Amischen in den USA in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Am 19. Juli waren drei Frauen und zwei Männer bei einem Verkehrsunfall in Benton (Bundesstaat New York) ums Leben gekommen.

Ein alkoholisierter Autofahrer hatte einen Kleinbus mit 13 Insassen in einer unübersichtlichen Kurve überholt; als er einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen wollte, streifte er den Bus, der daraufhin von der Straße abkam. Der 42-jährige Unfallverursacher wurde inzwischen der fahrlässigen Tötung angeklagt. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Zeitung um Melvin Hostetler (40), Melvin Hershberger (42), Anna Mary Byler (60), Elizabeth Mast (46) und Sarah Miller (47). Sie hinterlässt ihren Mann und 14 Kinder. Der Unfall hat großes Mitgefühl ausgelöst. Die Freiwillige Feuerwehr von Jasper, wo die meisten Toten am 22. Juli beigesetzt wurden, hing ein Transparent aus mit der Aufschrift „Unsere Gebete für unsere Amischen“.

Amische bringen Wirtschaftskraft in strukturschwache Region

Die Amischen sind eine Glaubensgemeinschaft, die aus der reformatorischen Täuferbewegung Mitteleuropas hervorgegangen ist. 1693 spalteten sie sich den Mennoniten ab. Die Amischen, die vor allem in der Landwirtschaft und im Handwerk tätig sind, fallen äußerlich durch ihre Tracht auf. Sie sind unter anderem bekannt dafür, dass sie viele Seiten des technischen Fortschritts ablehnen. So fahren sie meist nur mit Kutschwagen. Sie lassen sich auch in Autos transportieren, aber steuern sie nicht selber. In den USA leben nach Angaben der New York Times derzeit mehr als 260.000 Amischen in 28 Bundesstaaten. In der jüngsten Vergangenheit sind viele von Ohio und Pennsylvania in den Bundesstaat New York gezogen, wo landwirtschaftliche Flächen preiswert angeboten werden. Dort leben inzwischen rund 13.000 Amische; im Jahr 2.000 waren es 4.700. Sie haben verfallene Höfe renoviert und neue Wirtschaftskraft in die strukturschwache ländliche Region gebracht.