21. September 2017

Teufel: Der CDU fehlt es an profiliertem „C“

Quelle: idea.de

Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Erwin Teufel (CDU). Foto: Philipp Schläper

Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Erwin Teufel (CDU). Foto: Philipp Schläper

Berlin (idea) – Bleibt die CDU Volkspartei oder ist sie dauerhaft auf ein Drittel der Wählerstimmen zusammengeschmolzen? Darüber sorgt sich der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Erwin Teufel (CDU). Er sprach vor 200 Teilnehmern der Kreisvorsitzendenkonferenz der Senioren-Union der CDU Deutschlands am 9. Juli in Berlin.

Teufel zufolge muss die CDU an FDP und Grüne verloren gegangene Wähler zurück gewinnen, wenn sie mehrheitsfähig bleiben wolle. Zudem blieben zu viele CDU-Sympathisanten bei Wahlen zu Hause. Es sei leichter, die Stimmen ehemaliger CDU-Wähler wiederzubekommen als neue Wählergeschichten zu erschließen, so Teufel. Dafür brauche die Union ein wirtschaftspolitisches Profil und den Mut zu einer strukturellen Steuerreform. Zudem fehle es ihr an einem profilierten „C“. Das Hauptpotential der CDU liege jedoch nach wie vor bei Wählern, für die christliche Werte und die Verantwortung vor Gott wichtig sind. Zwar gehe die Kirchenbindung in der Bevölkerung zurück, dennoch sei eine christlich profilierte Politik weiterhin mehrheitsfähig. Der Wähler sehne sich nach glaubwürdigen Politikern, „bei denen Worte und Taten nicht allzu weit auseinander liegen“. Teufel: „Die CDU muss sich künftig am ‚C’ orientieren oder es aufgeben. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Die CDU darf das ‚C’ jedoch nicht am Schilde führen, wenn sie sich nicht an ihm orientiert.“

CDU soll „Kultur des Lebens“ vertreten

Der ehemalige Bundesgeschäftsführer der CDU Deutschlands, Peter Radunski (Berlin), forderte die CDU dazu auf, auf Basis des christlichen Menschenbildes eine „Kultur des Lebens“ zu vertreten. Radunski: „Abtreibung, Stammzellenforschung und Sterbehilfe sind Fragen, die viele Menschen bewegen und zu deren Beantwortung sie einen Kompass suchen.“ Diese Themen seien nicht altmodisch, sondern hochmodern. Die Wähler erwarteten von Politikern Vertrauen, Zuverlässigkeit und Orientierung. Mit 57.000 Mitgliedern ist die Senioren-Union die zweitstärkste Bundesvereinigung der CDU. Bundes vorsitzender ist Prof. Otto Wulff (Schwerte).