20. September 2017

Ossuar der Enkelin des Hohepriesters Kaiphas gefunden

Quelle: idea.de

Der Theologe Prof. Rainer Riesner. Foto: Privat

Der Theologe Prof. Rainer Riesner. Foto: Privat

Jerusalem (idea) – In Israel ist ein rund 2000 Jahre alter Knochenkasten (Ossuar) aus dem Umfeld von einem der letzten Hohepriester im alten Israel entdeckt worden.

Er trägt die Inschrift „Miriam Tochter von Jeshua, Sohn des Kaiphas, Priester von Maasiah aus dem Hause Imri“. Nach Angaben der israelischen Altertumsbehörde ist der Kasten echt. Bei Kaiphas handelt es sich um den Hohepriester, der zur Zeit das höchste Amt eines Juden unter römischer Besatzung innehatte und den Evangelien zufolge dafür sorgte, dass Jesus von den Römern gekreuzigt wurde. Dass er zu der Priesterkaste Maasja gehörte, sei bisher nicht bekannt gewesen, sagte der Theologe Prof. Rainer Riesner (Dortmund) gegenüber idea. Mit der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 endete die Zeit der Priester. Laut Riesner zeigt die Erwähnung des Sohnes Jeshua (Jesus) und der Enkelin Mirjam (Maria), dass diese Namen zu damaliger Zeit häufig vorgekommen seien. Deshalb sei es verkehrt, andere Knochenkästen, deren Inschriften auch den Namen Jesus enthielten, mit Jesus Christus in Verbindung zu bringen oder gar als Beweis gegen die leibliche Auferstehung Jesu Christi anzusehen.