13. Dezember 2017

Mordprozess „Mirco“

Quelle: idea.de

Foto: Gerd Altmann/clker.com  / pixelio.de

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Mehr als 1.000 Bürger spenden Trost

Krefeld (idea) – Den Eltern des ermordeten zehnjährigen Mirco Schlitter haben mehr als 1.000 Bürger Trost gespendet und ihnen Kraft für ihre Aussagen vor dem Landgericht Krefeld gewünscht. Viele der mehr als 1.100 Einträge im Online-Kondolenzbuch für Mirco sagen Reinhard und Sandra Schlitter auch ihre Gebete zu.

Sie traten am 14. Juli erstmals im Prozess gegen den 45-jährigen Olaf H. auf, der des Mordes an Mirco angeklagt ist und die Tat gestanden hat. Der Junge war am 3. September 2010 entführt, missbraucht und ermordet worden; seine Leiche wurde aber erst am 26. Januar gefunden. Die Familie aus Grefrath am Niederrhein gehört zur pfingstkirchlichen Christengemeinde Krefeld. Das Internetportal www.geistbewegt.de des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) hat ein Kondolenzbuch für Mirco eingerichtet. In einem Eintrag heißt es: „In diesen Tagen beginnt der Prozess gegen den Mörder Ihres Sohnes Mirco! Der Fall hat Millionen Menschen in diesem Land und auf der ganzen Welt bewegt. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie und den Freunden von Mirco ganz viel Kraft und Stärke für diese schwierigen Tage, an denen all die fruchtbaren Erinnerungen wieder hochkommen, die Wunden vielleicht neu geöffnet werden.“

Mirco war lebhaft, offen und gerecht

Sandra und Reinhard Schlitter treten in dem Prozess als Nebenkläger auf. Am 14. Juli begegneten sie dem Angeklagten – selbst Vater von drei Kindern – zum ersten Mal. Die Mutter wurde über Mircos Persönlichkeit befragt. Sie sagte aus, dass ihr Sohn sehr lebhaft, offenherzig und mit einem starken Gerechtigkeitssinn ausgestattet gewesen sei. Die Anwältin der Schlitters, Gabriele Reinartz, erklärte, dass die Eltern Kraft aus ihrem Glauben beziehen. Nach der Mutter sollen auch Freunde Mircos vor Gericht aussagen.

Bibel gelesen und gebetet

In der ARD-Sendung „Beckmann“ vom 18. April hatten die Eltern berichtet, dass sie während der fünf Monate der Ungewissheit über Mircos Schicksal jeden Abend mit anderen Christen die Bibel gelesen und intensiv gebetet hätten. Man habe unter anderem dafür gebetet, dass der Täter zur Erkenntnis komme und gestehe. Sandra Schlitter: „Im Endeffekt ist das Gebet in Erfüllung gegangen.“ Man habe Olaf H. gesegnet, doch sei auch eine Verurteilung wichtig, denn er habe Unverzeihliches getan. Um potentielle Opfer zu schützen, solle er seine Strafe bekommen. Die Verurteilung sei aber Sache des Gerichts. Der Angeklagte will die Eltern nicht um Entschuldigung bitten, weil seine Tat nicht zu entschuldigen sei.