14. Dezember 2017

Pakistan: Radikale Muslime wollen Bibel verbieten lassen

Quelle: idea.de

Lahore (idea) – In Pakistan wollen radikale islamische Geistliche Teile der Bibel für gotteslästerlich erklären und die Heilige Schrift verbieten lassen.

Die Gelehrten kritisieren, dass im Islam als Propheten verehrte Gestalten wie etwa die Könige David und Salomo in der Bibel als Menschen mit Fehlern und Schwächen beschrieben werden. Deshalb haben sie sich an den Obersten Gerichtshof gewandt, berichtet das internationale Nachrichtenportal CNSNews.com. Sollten die Geistlichen mit ihrem Ansinnen scheitern, wollen ihre Anwälte die Bibel verbannen lassen. In Pakistan ist ein Blasphemiegesetz in Kraft, das die Beleidigung des Islam unter Strafe stellt; das Höchstmaß ist die Todesstrafe. Nach den Worten des Anführers der Kampagne, Abdul Rauf Farooqi, ist das Vorhaben eine Antwort auf die Koranverbrennung des US-amerikanischen Geistlichen Terry Jones (Gainesville/Bundesstaat Florida). Er hatte einen Scheinprozess gegen den Koran veranstaltet und das Buch für schuldig befunden, zu Mord und Vergewaltigung aufzurufen. Als „Strafe“ war ein Exemplar des Korans Mitte März verbrannt worden. Farooqi erklärte, man müsse diese Tat den „Gotteslästerern“ heimzahlen, indem man mit der Bibel ähnlich verfahre. Nach seinen Worten sind manche „Einschübe“ in der Bibel eine Beleidigung für Muslime, die alle Propheten verehren. 96 Prozent der 173 Millionen Einwohner Pakistans sind Muslime, 1,8 Prozent Hindus und 1,6 Prozent Christen.