23. Oktober 2017

Anti-Israel-Krawalle in Frankreich und Deutschland eskalieren

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: SCHAU.MEDIA/pixelio.de

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PARIS. In der französischen Hauptstadt ist es bei einer Anti-Israel-Demonstration am Sontag zu Ausschreitungen von Moslems gekommen. Mehrere Hundert Personen versuchten, zwei Moscheen in Paris zu stürmen. Den Sicherheitskräften gelang es, die Angreifer abzuwehren. Bereits am Sonnabend hatte es in einem Vorort der Stadt einen Brandanschlag auf ein jüdisches Gotteshaus gegeben.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls kündigte ein hartes Durchgreifen an. „Frankreich wird nicht zulassen, daß man mit Gewalt, durch Worte oder Taten, versucht, den israelisch-palästinensischen Konflikt auf seinen Boden zu importieren.“ Derartige Angriffe seien „nicht hinnehmbar“.

Palästinenser kapern Lautsprecherwagen der Frankfurter Polizei

Auch in Deutschland heizt sich die Stimmung immer weiter auf. Am Sonnabend versuchten knapp 1.500 Palästinenser, die Fanmeile in Berlin zu stürmen. Der Polizei gelang es nur mit einem Großaufgebot, die zumeist jugendlichen Ausländer zurückzudrängen. Elf Beamte wurden durch Flaschen- und Steinwürfe verletzt.

In Frankfurt konnten Anhänger der Hamas einen Polizeilautsprecher dazu nutzen, um israelfeindliche Parolen und „Allahu Akbar“ zu rufen. Die Polizei bestätigte den Vorfall. Ursprünglich habe sich ein Demonstrant angeboten, die aggressiven Demonstranten über den Lautsprecher zu beruhigen. Statt dessen nutzte er die Situation, um die Stimmung weiter aufzuheizen.

Auch in Bremen kam es zu Angriffen von Palästina-Anhängern auf Journalisten und Passanten. Ein Mann wurde dabei schwer verletzt. Nach Angaben eines taz-Reporters, der ebenfalls angegriffen wurde, griff die Polizei nicht ein.

Hintergrund ist der sich zuspitzende Konflikt zwischen radikalen Islamisten im Gaza-Streifen und Israel nach dem Mord an drei jüdischen und einem palästinensischen Jugendlichen. Die Hamas feuerte seitdem mehr als 500 Raketen auf Israel. Auch einen Atomreaktor geriet ins Visier der Isamisten. Israel reagiert darauf seit Tagen mit Luftangriffen. (ho)