17. Oktober 2017

Deutschland: „Muslimen das ganze Evangelium vorstellen“

Quelle: ead.de

Islam-Experte Hauser: Worauf es in der Begegnung mit Muslimen ankommt. Foto: Lothar Rühl

Islam-Experte Hauser: Worauf es in der Begegnung mit Muslimen ankommt. Foto: Lothar Rühl

Islam-Experte Hauser: Worauf es in der Begegnung mit Muslimen ankommt
 
Korntal (idea) – Gegen eine Verkürzung des Evangeliums im theologischen Gespräch mit Muslimen hat sich der Islam-Experte und frühere württembergische Kirchenrat Albrecht Hauser (Korntal bei Stuttgart) gewandt.

„Muslimen gegenüber nur solche Elemente über Jesus und den christlichen Glauben zu erzählen, die nicht anstößig sind und welche die Muslime auch akzeptieren können, grenzt an Verleugnen und Versagen“, sagte Hauser bei der Jahrestagung des Missionsbundes „Licht im Osten“ am 30. April in Korntal. Als Beispiel für theologische Aussagen, die von Muslimen kategorisch geleugnet würden, nannte er das Sterben Jesu Christi am Kreuz. Für Muslime sei es „schlicht undenkbar, dass Gott ein sterblicher Mensch werden könnte“. Muslime seien überzeugt, dass statt Jesus ein anderer Mensch gekreuzigt worden sei. Hauser riet Christen, Muslime nicht als Vertreter einer anderen Religion zu sehen, sondern „sie als Mitmenschen wahrzunehmen, denen ebenfalls Gottes Liebe in Jesus Christus gilt“. Es gehe nicht darum zu beweisen, dass der christliche Glaube die überlegene Religion sei: „Gerade in der Begegnung mit Muslimen müssen wir lernen, dass es nicht um das Gewinnen von Argumenten geht, sondern um das Gewinnen von Menschen.“ Der Theologe war von 1984 bis 2004 Missionsreferent im Stuttgarter Oberkirchenrat und im Ruhestand bis 2010 Vorsitzender des Islam-Arbeitskreises der Deutschen Evangelischen Allianz.
Zur Geschichte von „Licht im Osten“

„Licht im Osten“ wurde 1920 in Wernigerode (Harz) gegründet, um zusammen mit ehemaligen russischen Kriegsgefangenen die biblische Botschaft unter den Völkern der Sowjetunion auszubreiten. Später zog das Werk nach Korntal bei Stuttgart um und weitete seine Arbeit auf den gesamten kommunistischen Ostblock aus. In den 70er und 80er Jahren schmuggelten Mitarbeiter Tausende von Bibeln durch den Eisernen Vorhang. Bei der Jahrestagung mit dem Thema „Licht im Schatten der Minarette“ berichten mehrere Vertreter christlicher Werke über missionarische Aktivitäten in islamisch geprägten Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Vorsitzender des Missionsbundes ist der württembergische Pfarrer Martin Hirschmüller (Ostfildern bei Stuttgart).