20. Oktober 2017

Baden-Württemberg: Das neue Kabinett ist multireligiös

Quelle: idea.de

An der Spitze ein überzeugter Katholik: Winfried Kretschmann. Foto: PR

An der Spitze ein überzeugter Katholik: Winfried Kretschmann. Foto: PR

Stuttgart (idea) – In Baden-Württemberg wechselt nicht nur die Regierung von schwarz-gelb zu grün-rot, sondern auch die konfessionelle Zusammensetzung des neuen Kabinetts.

Die künftige Regierungsmannschaft des überzeugten Katholiken Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist multireligiös. Sie besteht aus fünf Protestanten, zwei Katholiken, einer Muslimin und vier Konfessionslosen. Bisher gehörten die Minister in der Regel der evangelischen oder katholischen Kirche an. Das Kabinett des scheidenden evangelischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU), der eine Koalition mit der FDP führte, hatte acht katholische und drei evangelische Mitglieder. Am 12. Mai soll die neue Landesregierung vereidigt werden. Kretschmann ist Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) und im Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg. Seine Parteifreundin und designierte Staatsministerin Silke Krebs ist konfessionslos. Stellvertretender Regierungschef wird der evangelische SPD-Vorsitzende von Baden-Württemberg, Nils Schmid. Für das neu geschaffene Ressort Integrationsministerium ist die Berliner Muslimin Bilkay Öney vorgesehen. Die 40-jährige wurde in der Türkei geboren und wuchs in Berlin auf. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftlehre arbeitete sie als Redakteurin und Moderatorin beim öffentlich-rechtlichen türkischen Fernsehsender TRT. Sie wurde für die Grünen ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt und wechselte 2009 zur SPD. Frau Öney – selbst Muslimin – erwartet von Muslimen, sich mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu arrangieren. Drei weitere SPD-Minister sind evangelisch: Innenminister Reinhold Gall, Justizminister Rainer Stickelberger und Sozialministerin Katrin Altpeter. Die ebenfalls von der SPD nominierten Bundesratsminister Peter Friedrich und Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer sind konfessionslos. Die Grünen haben mit Theresia Bauer als Wissenschaftsministerin und Franz Untersteller als Umweltminister zwei Katholiken und mit Landwirtschaftsminister Alexander Bonde einen Protestanten benannt. Der künftige grüne Verkehrsminister Winfried Hermann ist konfessionslos. Er soll sich unter anderem um das brisante Bauprojekt Stuttgart 21 kümmern.