21. September 2017

Bayern: Theologieprofessor wird Landesbischof

Quelle: idea.de

Heinrich Bedford-Strohm wurde zum Nachfolger von Johannes Friedrich gewählt. Foto: PR

Heinrich Bedford-Strohm wurde zum Nachfolger von Johannes Friedrich gewählt. Foto: PR

München (idea) – Die 2,6 Millionen Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bekommen einen neuen Landesbischof: Am 4. April wählte die Synode in München den 51-jährigen Theologieprofessor Heinrich Bedford-Strohm zum Nachfolger von Johannes Friedrich (62), der nach zwölfjähriger Amtszeit im Oktober in den Ruhestand tritt.
 

Bedford-Strohm, der an der Universität Bamberg Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen unterrichtet, setzte sich gegen und den landeskirchlicher Personalchef, Oberkirchenrat Helmut Völkel (58), und die Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler (57), durch. Im sechsten Wahlgang erhielt er die absolute Mehrheit der 105 Wahlberechtigten. 63 Landessynodale stimmten für ihn, Völkel vereinte 37 Stimmen auf sich. Fünf Synodale enthielten sich. Frau Breit-Keßler war nach dem fünften Wahlgang ausgeschieden. Sie hatte zuletzt 18 Synodale hinter sich scharen können.

„Vorrang für die Armen“

Bedford-Strohm versteht sich als überzeugter Lutheraner mit den Schwerpunkten Ökumene und Weltmission. Das SPD-Mitglied gehört der Landessynode als berufenes Mitglied an und hat sich dem links-liberalen Gesprächskreis „Offene Kirche“ angeschlossen. Nach dem Theologiestudium war Bedford-Strohm Assistent am Heidelberger Lehrstuhl von Prof. Wolfgang Huber, der von 2003 bis 2009 EKD-Ratsvorsitzender war. Bedford-Strohm promovierte mit einer Arbeit über „Vorrang für die Armen. Auf dem Weg zu einer theologischen Theorie der Gerechtigkeit“. Er setzt sich nach eigenen Angaben „für eine öffentlich wirksame und geistlich gegründete Kirche ein, die in gesellschaftlich strittigen Themen Orientierung geben kann“. Der Süddeutschen Zeitung antwortete er auf die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, man solle statt von einer christlich-abendländischen von einer „menschenrechtlichen Leitkultur“ sprechen. Dazu hätten Muslime selbstverständlich etwas beigetragen und beizutragen.

Engagiert in der Ökumene

Der neue Landesbischof war einige Jahre Gemeindepfarrer in Coburg, ehe er 2004 an die Universität Bamberg berufen wurde. Daneben hat er eine Gastprofessur an der Universität von Stellenbosch in Südafrika inne. Bedford-Strohm ist ferner unter anderem stellvertretender Vorsitzender der EKD-Sozialkammer, Mitglied der Ökumene-Kommission der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz sowie Mitglied des Ethik-Ausschusses der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa. Bedford-Strohm ist verheiratet und Vater von drei Söhnen.