20. Oktober 2017

Zuerst Jesus, dann Mission, dann Kirche

Quelle: idea.de

Der Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, Prof. Michael Herbst. Foto: PR

Der Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, Prof. Michael Herbst. Foto: PR

Filderstadt (idea) – Für die Erneuerung der Volkskirche kommt es auf die richtige Reihenfolge an: zuerst Jesus, dann seine Mission in die Welt und dann die Kirche.
 

Dieser Überzeugung ist der Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, Prof. Michael Herbst (Greifswald). Er sprach auf der Konferenz für Gemeinde-Innovation „Gemeinde 2.0“, die am 11. und 12. März in Filderstadt bei Stuttgart stattfand. Veranstalter waren unter anderem das EKD-Zentrum für Mission in der Region sowie das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung an der Universität Greifswald. Herbst zufolge kann sich die Volkskirche noch einmal neu erfinden, wenn sie Jesus Christus konsequent nachfolgt und von ihm lernt. Dafür müssten die Christen auf privilegierte Positionen verzichten und in Kauf nehmen, dass sie nicht immer ernst genommen werden. Herbst: „Wir stellen uns zur Verfügung und bezeugen das aufrichtige Interesse Jesu an jedem Menschenleben. Wir geben die Kirche aus der Hand – sie ist seine Kirche und nicht unser Besitz. Wir sind uns nicht zu schade zu dienen.“ Die Kirche müsse einen klaren missionarischen Fokus haben, sich stärker nach außen orientieren und mehr Risikobereitschaft zeigen. So sollten Kirchenleitungen neben der traditionellen Ortsgemeinde auch Gemeindeformen fördern, die sich an neue Zielgruppen richten.

Mehr Phantasie bitte!

Laut Herbst ist die Kirche in Sachen Evangelisation noch nicht phantasievoll genug. So könnte es neben der Evangelisation „ProChrist“ und dem Angebot von Glaubenskursen auch evangelistische Mahlzeiten geben. Verstärkt werden könnte auch die Zusammenarbeit mit der Diakonie. Zudem sollte die christliche Gemeinde für ihr Engagement für die Armen bekannt sein, etwa durch das Angebot von Kinderstunden und Hausaufgabenhilfe in Plattenbauvierteln. Zugleich erinnerte Herbst an die Bedeutung des Gebets für den Gemeindebau. Gemeinden stünden bei allen eigenen Anstrengungen immer wieder in der Gefahr, das Beten zu vernachlässigen.