18. November 2017

Wo Jesus getauft wurde: „braunes Rinnsal“

Quelle: idea.de

Wegen Wassermangels führt der Jordan vor allem Abwasser. Foto: PR

Wegen Wassermangels führt der Jordan vor allem Abwasser. Foto: PR

Amman/Zürich (idea) – Immer mehr Christen besuchen die Taufstelle Jesu am Ostufer des Jordan. Doch wegen der Wasserknappheit ist der Fluss an der Stelle nur noch ein „braunes Rinnsal“, berichtet die Neue Zürcher Zeitung.
 

Der Grund: Seit Jahrzehnten entnähmen Israel, Jordanien und Syrien Wasser aus den Zuflüssen, um landwirtschaftliche Flächen zu bewässern. Heute erreiche nur noch etwa eine Zehntel der ursprünglichen Wassermenge das Tote Meer. „Dabei handelt es sich vor allem um Abwasser oder um verschmutzte Abflüsse aus der Landwirtschaft“, so die Zeitung. Jährlich sinke der Wasserspiegel des Toten Meeres um einen Meter. An der Taufstelle Jesu hätten die jordanischen Behörden Einrichtungen zur Reinigung des Wassers errichtet und spezielle Apparate für Touristen aufgebaut, die sich an historischer Stätte taufen lassen wollen. Doch die meisten Besucher tauchten direkt in den Jordan, ohne sich um die Verschmutzung zu kümmern.

Elf Konfessionen an Taufstelle Jesu vertreten

Die Besucherzahl ist im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. Allein von Januar bis November 2010 kamen rund 210.000 Reisende nach Wadi al-Kharrar, dem neutestamentlichen Bethanien. Dort hat dem Johannes-Evangelium zufolge Johannes der Täufer Jesus getauft. Laut anderen Evangelien soll sich das Ereignis am Westufer zugetragen haben. Am jordanischen Ufer sind Tagungszentren und kirchliche Gästehäuser erreichtet worden. Insgesamt sind elf Konfessionen an dem Ort vertreten. Viele Besuchergruppen halten im Jordan oder am Ufer Tauferneuerungsfeiern ab.