12. Dezember 2017

Weihnachten 2010: Der Bundespräsident hat gesprochen

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

(TS) In den Jahren 1952 bis 1969 hat immer der Bundeskanzler die TV-Festansprache gehalten. Seit 1970 grüßt der deutsche Bundespräsident die Bürger im Fernsehen zum Weihnachtsfest.
 

So war es wohl höchste Zeit, am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages 2010 zu zeigen, dass ein Mehr an Veränderung möglich ist. Was geht mich die Traditionspflege meiner Vorgänger an, wird wohl Bundespräsident Christian Wulff in Vorbereitung auf seine Ansprache sinniert haben. Und so hat er es seinen Landsleuten gezeigt, dass die Weihnachtsansprache auch stehend zwischen Christbaum und Bundesadler-Flagge gelingen kann, umringt von vielen Menschen und zu seinen Füßen eine große Kinderschar.

Mit der Aufforderung zum „Zusammenhalt“, zur „Verständigung“ und zum „Miteinanderauskommen“ beginnt Wulff seine Botschaft zum Christfest. Wie ein roter Faden ziehen sich diese Schlagwörter durch sein Konzept. All dies geschehe – so Wulff – nicht von allein, dafür müsse man etwas tun. Die Gesellschaft lebe von denen, „die sehen wo sie gebraucht werden, die nicht dreimal überlegen, ob sie sich einsetzen und Verantwortung übernehmen“.

Während seiner Rede schwenkt die Kamera durch die Reihen der ins Schloss Bellevue geladenen Gäste und nimmt dabei einige ausländische Bürger besonders ins Visier. Alle hätten sich – so Wulff – für andere und mit anderen aus unterschiedlichsten Gründen und Motiven eingesetzt. Obwohl sie alle verschieden seien liege es an ihnen, dass unser Land zusammengehalten werde. So lobt das Staatsoberhaupt das Ehrenamt in höchsten Tönen. Nicht der Staat sondern nur engagierte Menschen könnten anderen Mut zusprechen, die Hand reichen, Kranke besuchen und sich um Kinder kümmern.

Die deutsche Gesellschaft sei, auch was ihre verschiedenen Lebenswelten wie Herkunft und Religion angehe „frei und bunt“, unterstreicht Deutschlands höchster Repräsentant. Es brauche „Respekt vor dem, der anders ist als man selbst. Und Anerkennung auch seiner Leistungen“. Probleme mit der Integration von Migranten in Deutschland verschweigt Wulff.

Auch im Blick auf die Beziehungen zu anderen Ländern mahnt der Bundespräsident die Notwendigkeit des Zusammenhalts, der Verständigung und des Miteinanderauskommens an. Auf Problemländer, in denen Christen verfolgt, gedemütigt, gefoltert und umgebracht werden, geht er aber nicht ein.

Gegen Ende seiner Ansprache sagt Wulff wörtlich: „Was vor 2000 Jahren auf den Feldern von Bethlehem als Gruß der Engel an die Hirten erklang, das ersehnen wir uns auch heute: Friede auf Erden.“ Was der Bundespräsident unter „Frieden“ versteht, von dem die Engel in der biblischen Weihnachtsgeschichte berichten, bleibt offen.

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ heißt es im Lukasevangelium. Hierbei handelt es sich einzig und allein um den Frieden, der das Ende der Feindschaft des Menschen gegen Gott bedeutet. Es geht einzig und allein um den Frieden, der die neue Gemeinschaft mit Gott beschreibt. Der äußere Friede folgt dann dem inneren Frieden im Tausendjährigen Reich und in der neuen Schöpfung. Den Frieden, den die Engel den Hirten verkündeten ist kein menschlicher Friede, sondern der Friede in Christus. Und weil es einzig und allein ein Christusfriede ist, breitet er sich bei den Menschen aus, die an Jesus Christus als ihren Retter glauben.

Würden immer mehr Menschen Jesus Christus vertrauen und mit ihm leben, wäre (auch) Deutschland in punkto Zusammenhalt, Verständigung und Miteinanderauskommen auf dem richtigen Weg. Ja, Christen haben in Deutschland (und überall in der Welt) den Auftrag, ihre Mitmenschen zu lieben und ihnen Respekt zu zollen. Gleichzeitig aber haben sie auch den Auftrag allen Menschen, auch Muslimen und Atheisten, zur Zeit und zur Unzeit das wahre Evangelium von Jesus Christus zu sagen. Ganz besonders zu den Advents- und Weihnachtstagen.