21. September 2017

Vergebung nach Kontroverse bei Jugendevangelisation

Quelle: idea.de

Die Freiburger Evangelische Allianz hatte Ende November den Evangelisten Ralf Steinhart nach zwei JesusHouse-Abenden ausgeladen.

Die Freiburger Evangelische Allianz hatte Ende November den Evangelisten Ralf Steinhart nach zwei JesusHouse-Abenden ausgeladen.

Bad Krozingen (idea) – Einen vorläufigen Schlussstrich unter die Kontroverse um eine Jugendevangelisationswoche in Freiburg haben die Beteiligten gezogen.
 

Die Freiburger Evangelische Allianz hatte Ende November den Evangelisten Ralf Steinhart nach zwei JesusHouse-Abenden ausgeladen, weil er ihrer Ansicht nach „unangemessen“ mit Gottes Zorn gedroht und dadurch „zu viel Druck“ auf die Zuhörer ausgeübt habe. Dies hatte bei Steinharts Arbeitgeber, dem Missionswerk Janz Team in Kandern bei Lörrach, Irritationen ausgelöst. Bei dem Treffen am 9. Dezember in Bad Krozingen seien die Spannungen „im Gespräch und Gebet“ aufgearbeitet worden, hieß es nach der Begegnung, an der auch der Geschäftsführer von JesusHouse, Michael Klitzke (Kassel), teilnahm. Über das Ziel von Evangelisationen, nämlich jungen Menschen das Evangelium weiterzugeben, herrsche breite Übereinstimmung. Unterschiedliche Auffassungen bestünden dagegen weiterhin in der Frage, wie man mit Jugendlichen verantwortlich über Gericht und Zorn Gottes reden könne. In der Zusammenarbeit und im Umgang mit den Meinungsunterschieden hätten beide Seiten Fehler eingestanden, die man sich gegenseitig vergeben habe. Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit würden geprüft.

Janz Team: Reaktion war „überzogen“

Gegenüber idea bestätigte Heinrich Reisich vom Janz Team, dass Steinhart am ersten JesusHouse-Abend „emotional“ gepredigt habe. Er habe aufgrund eines Gesprächs mit einer kritischen Journalistin den Eindruck gewonnen, stärker als geplant auf den Ernst eines gottlosen Lebens hinweisen zu sollen. Laut Reisich hat das Janz-Team die öffentliche Distanzierung und die Ausladung Steinharts als „überzogene Reaktion“ angesichts der bisherigen vertrauensvollen Zusammenarbeit bedauert. Die Freiburger Öffentlichkeit habe zerstrittene Christen erlebt, anstatt zu sehen, dass sie sich trotz unterschiedlicher Meinungen gemeinsam für das Evangelium einsetzten.

Vorwürfe in der Lokalzeitung

Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz in Freiburg, Norbert Aufrecht, äußerte nach der Begegnung die Erwartung, dass der Vorgang zu einem kritischen Nachdenken und einer Verbesserung der jugendevangelistischen Arbeit in Freiburg beitrage: „Der Segen sollte größer sein als der Schaden.“ Man sei versöhnt auseinander gegangen. Aus Freiburger Sicht sei es aber unabdingbar gewesen, auf Vorwürfe in der Lokalzeitung zu reagieren. Das Blatt habe die Evangelisation mit Sektiererei und Gehirnwäsche in Verbindung gebracht. Laut Aufrecht ist es ein Zeichen einer lebendigen Konfliktkultur und eines hohen Qualitätsbewusstseins, wenn Christen sich mit theologischen und methodischen Fragen ihrer Verkündigung kritisch auseinandersetzen.