19. September 2017

Protestanten verehren Maria als „Gottesgebärerin”

Quelle: idea.de

Lutherische Theologin: Maria wird aber nicht angebetet.

Lutherische Theologin: Maria wird aber nicht angebetet.

Hannover (idea) – Bei evangelischen Christen hat die Mutter Jesu Christi, Maria, meist kein besonders hohes Ansehen. Dies wird ihrer Bedeutung jedoch nicht gerecht, schreibt die lutherische Theologin Andrea Grünhagen (Hannover) im Monatsblatt „Lutherische Kirche“.
 

Die Zeitschrift wird von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) mit Sitz in Hannover herausgegeben. Wie Katholiken seien auch Lutheraner überzeugt, dass Maria Jungfrau gewesen sei und Jesus vom Heiligen Geist empfangen habe. Dies sei Teil der lutherischen Bekenntnisschriften. Als „Mutter Gottes“ und „Gottesgebärerin“ werde Maria von allen Konfessionen zu Recht verehrt. Dies bedeute aber weder für Protestanten noch Katholiken, dass Maria als eine göttliche Person angebetet werde, so Frau Grünhagen. Die katholische Auffassung, dass man Maria um Fürsprache bei ihrem Sohn bitten könne, werde von Lutheranern allerdings abgelehnt. Weitere konfessionelle Unterschiede seien das Dogma von der „Unbefleckten Empfängnis Mariens“, wonach Maria im Unterschied zu allen anderen Menschen ohne Erbsünde geboren wurde, und das Dogma von der „leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel“. Über eine „Himmelfahrt Mariens“ mache die Bibel keine Aussagen. Es spreche aber nichts dagegen, den 15. August als Gedenktag Mariens zu begehen, wie es in der orthodoxen Kirche und auch in der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode in den USA üblich sei, so Frau Grünhagen. Die SELK ist eine lutherische Freikirche mit rund 200 Gemeinden und mehr als 35.000 Mitgliedern in Deutschland.