13. Dezember 2017

Evangelist Anton Schulte verstorben

Quelle: idea.de

Anton Schulte galt als „der deutsche Billy Graham“. Foto: Lothar Rühl

Anton Schulte galt als „der deutsche Billy Graham“. Foto: Lothar Rühl

Wölmersen (idea) – Der Evangelist und Gründer des Missionswerkes „Neues Leben“ (Wölmersen/Westerwald), Anton Schulte, ist tot.
 

Wie das Missionswerk mitteilte, verstarb er am 26. Dezember nach kurzer Krankheit im Alter von 85 Jahren. Schulte gehörte zu den bekanntesten Evangelisten Deutschlands. Zu seinen Großevangelisationen strömten vor allem in den 60er bis 80er Jahren tausende Besucher. Seine volksnahe Art des Predigens und seine hohe Popularität brachten ihm u. a. den Spitznamen „der deutsche Billy Graham“ ein. Vor seiner Hinwendung zum christlichen Glauben und seiner Berufung zum Evangelisten absolvierte der gebürtige Bottroper zunächst eine Lehre zum Müller. 1943 wurde er als 17-Jähriger zum Kriegsdienst eingezogen und geriet Ende des Zweiten Weltkriegs in britische Kriegsgefangenschaft. Bis Januar 1949 lebte er als kriegsgefangener Landarbeiter in Schottland. Dort entschied sich der damals überzeugte Agnostiker durch den Kontakt zu einheimischen Christen für ein Leben als Christ. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland ließ er sich an der Bibelschule Wiedenest zum Evangelisten ausbilden.

Ein Visionär und Pionier

Schulte galt Zeit seines Lebens als Visionär und Pionier, wenn es um neue Formen und Wege für die Verkündigung des Evangeliums ging. Das Credo seines Wirkens formulierte er mit den Worten: „Wer die Form bewahren will, verliert den Inhalt.“ So war er 1953 der erste deutsche Evangelist, dessen Rundfunksendungen wöchentlich über Radio Monte Carlo ausgestrahlt wurden. 1954 gründete er den „Verein evangelistisches Jugendwerk“, der wenig später in „Neues Leben“ umbenannt wurde und aus dem bis heute zahlreiche eigenständige Werke hervorgegangen sind. Darüber hinaus war Schulte ein geschätzter Impulsgeber für zahlreiche weitere christliche Werke in Deutschland, u. a. gehörte er 1959 zu den Mitgründern des Evangeliums-Rundfunks (ERF) in Wetzlar. 1992 zog er sich aus der verantwortlichen Leitung des Missionswerks zurück. Heute wird es von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet, zu dem u.a. seine beiden Söhne Peter und Wilfried Schulte gehören.

Bis zuletzt aktiv

1988 starb Schultes Frau Hermine. 1991 heiratete er die ebenfalls verwitwete Heidi Kühnel. In den vergangenen Jahren lebte das Ehepaar abwechselnd in Balve im Sauerland und auf der Kanaren-Insel Lanzarote, deren Klima dem schwer an Asthma erkrankten Evangelisten zu gesundheitlicher Besserung verhalf. Bis zuletzt leiteten die beiden gemeinsam die Arbeit von Neues Leben Indonesien, wo das Werk eine Schule mit 300 Schülern unterhält. Schulte hinterlässt seine Ehefrau Heidi, zwei Söhne, zwei Stiefkinder sowie dreizehn Enkel und vier Urenkel.