22. September 2017

Evangelische Allianz Freiburg lädt Evangelisten aus

Quelle: idea.de

Der Evangelist Ralf Steinhart vom Missionswerk JanzTeam. Foto: PR

Der Evangelist Ralf Steinhart vom Missionswerk JanzTeam. Foto: PR

Freiburg (idea) – Darf die Einladung zum Glauben mit der Androhung von Gottes Zorn verbunden werden? Darüber wurde in Freiburg während einer regionalen JesusHouse-Evangelisation Ende November heftig diskutiert.
 

Ab dem dritten Tag fand die fünftägige Jugendveranstaltung ohne den vorgesehenen Redner statt. Die Organisatoren waren der Meinung, dass der 32-jährige Evangelist Ralf Steinhart vom Missionswerk JanzTeam (Kandern bei Lörrach) beim Eröffnungsabend „in unangemessener Weise mit Gottes Zorn gedroht“ habe. Die Badische Zeitung zitierte aus Steinharts Ansprache: „Und dann gnade dir Gott, wenn du kein Freund Gottes bist; dann hast du nämlich keine Chance!“ Nur Jesus könne retten vor dem Zorn Gottes; ohne ihn könne kein Mensch bestehen. Gegenüber der Zeitung befanden zwei Besucherinnen, dass die Predigt an Gehirnwäsche gegrenzt und an eine Sekte erinnert habe. Auf Rückfragen des Blattes wies der Organisator von JesusHouse, Jugendpastor Carsten Fokken von der Freien evangelischen Gemeinde, diese Vorwürfe zurück. Steinhart habe „ein umfassendes und realistisches Bild vom Gott der Bibel“ gezeigt, das „natürlich nicht nur schön“ sei. Gegenüber idea berichtete der Vorsitzende der Freiburger Evangelischen Allianz, Norbert Aufrecht, von mehreren negativen Rückmeldungen auf den Eröffnungsabend. Auch Mitarbeiter hätten die Verquickung von der Einladung zum christlichen Glauben mit einer Androhung von Gottes Gericht für unpassend empfunden. Steinhart habe damit „einem vorherrschenden Negativklischee von Evangelikalen entsprochen“.

Allianz lehnt Gehirnwäsche, Drohungen und Druck ab

Nach Erscheinen des Zeitungsberichts distanzierten sich Fokken und Aufrecht im Namen der beteiligten Gemeinden in einer Pressemitteilung „in aller Deutlichkeit“ von der im Artikel beschriebenen Form von Verkündigung. Ihr Auftrag sei, „Jesus Christus als den Gottessohn, der in seiner Person die Menschenliebe und Vergebung Gottes verkörpert, bekannt zu machen“. Sie lehnten Gehirnwäsche, Drohungen und Druck im Zusammenhang mit Bekehrungsaufrufen ebenso ab wie totalitäre Absolutheitsansprüche einer Sekte. Steinharts Verkündigung habe sie „überrascht und enttäuscht“. Dafür entschuldigten sie sich bei allen Jugendlichen und ihren Eltern. Als Konsequenz sei Steinhart ausgeladen worden.

Was zur Kernbotschaft Jesu Christi gehört

Laut Steinhart wussten die Verantwortlichen, dass sie einen Prediger eingeladen hatten, „der kein Blatt vor den Mund nimmt“. Warnungen vor dem Gericht Gottes gehörten zur Kernbotschaft Jesu Christi, sagte der Evangelist gegenüber idea. Wer sie verschweigen wolle, gebe dem Druck einer kirchenkritischen Öffentlichkeit nach. „Dann kann man gleich auf Evangelisationen verzichten“, so Steinhart.

In Oberndorf wurde JesusHouse verlängert

Steinhart gehört zu einer Gruppe von rund 100 Rednern, die die JesusHouse-Zentrale in Kassel für lokale Evangelisationen vorschlägt. Ähnliche Erfahrungen wie in Freiburg habe es an keinem der anderen 220 Veranstaltungsorte gegeben, sagte der Geschäftsführer, Michael Klitzke, gegenüber idea. Auch Steinhart sei nirgends auf Kritik gestoßen. In Oberndorf am Neckar sei er sogar so gut angekommen, dass JesusHouse um einen Tag verlängert wurde.