11. Dezember 2017

„Bescheidene“ Mitgliederzahlen atheistischer Verbände

Quelle: idea.de

Andreas Fincke sieht darin trotzdem keine gute Nachricht für die Kirchen.

Andreas Fincke sieht darin trotzdem keine gute Nachricht für die Kirchen.

Berlin (idea) – Die atheistischen und freidenkerischen Organisationen spielen zahlenmäßig kaum eine Rolle.
 

Sie haben nach Angaben der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW/Berlin) bundesweit höchstens 20.000 Mitglieder und damit weniger als ein Tausendstel der Mitgliederzahl evangelischer Kirchen. Dennoch seien die „bescheidenen Mitgliederzahlen“ dieser Verbände nur auf den ersten Blick eine gute Nachricht für die Kirchen. Sie spiegelten zugleich die „wachsende Bedeutungslosigkeit von Kirche und Religion“ wider. Zu diesem Ergebnis kommt der Theologe Andreas Fincke im EZW-Materialdienst. Er ist theologischer Referent im Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Wie er schreibt, wenden sich immer mehr Menschen innerlich von den Kirchen ab. Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (Allensbach/Bodensee) bezeichneten sich nur noch 53 Prozent der evangelischen Kirchenmitglieder als religiös. 47 Prozent seien also unreligiös. „Diese weit verbreitete Beliebigkeit in religiösen Fragen dürfte ein Grund dafür sein, dass Religion längst kein Thema mehr ist, an dem man sich reibt“, so Fincke. Religion scheine in manchen Bereichen derart beliebig geworden zu sein, „dass atheistische Organisationen gar kein Gegenüber mehr finden“. So erkläre sich, warum die Atheisten- und Freidenker-Verbände in den östlichen Bundesländern kaum Mitglieder oder Sympathisanten hätten. Fincke: „Nirgends sind die atheistischen Organisationen so schwach wie da, wo auch die Kirchen schwach sind.“