20. August 2017

Mit gesunder Ernährung und Frömmigkeit gegen Stress

Quelle: idea.de

Peter Strauch: Leiter christlicher Werke sollen sich von Erfolgsdenken befreien.

Peter Strauch: Leiter christlicher Werke sollen sich von Erfolgsdenken befreien.

Heilbronn (idea) – Gegen Stress hilft neben einer gesunden Ernährung und Lebensweise auch eine recht verstandene Frömmigkeit.
 

Diesen Rat gab der frühere Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Peter Strauch (Wetter/Ruhr), auf der 96. Konferenz der Evangelischen Allianz Heilbronn. Vor den rund 650 Besuchern berichtete der Pastor, dass er in seiner beruflichen Laufbahn zweimal wegen zuviel Stress eine längere Auszeit nehmen musste. Dafür habe es äußere Ursachen wie falsche Ernährung und zu wenig Bewegung gegeben, aber auch ein verkürztes Frömmigkeits-Verständnis. In der Bibel bezeichne der Begriff „fromm“ nicht eine religiöse Praxis, sondern eine „ungeteilte“ Lebensweise. Authentisch sei ein Mensch, wenn er trotz wechselnder Rollen, etwa als Familienvater, Kirchenältester oder Arbeitskollege, als ein und dieselbe Persönlichkeit identifizierbar sei. Wer ein „gespaltenes“ Leben führe, werde auf Dauer krank, so Strauch.

Für Verantwortliche christlicher Werke sei außerdem wichtig, sich vom Erfolgsdenken unabhängig zu machen. Leitende Mitarbeiter stünden in der Gefahr, ihre Bedeutung an Teilnehmerzahlen oder Spendenaufkommen zu messen, anstatt sich an den reformatorischen Grundsatz zu halten, dass es im Leben allein auf Gottes Gnade ankomme.

„Blick über Kirchengrenzen“

Weitere Erfahrungsberichte für ein „Leben aus der Stille“ – so das Motto der vom 9. bis 12. November dauernden Tagung – gaben der Leiter eines badischen Einkehrhauses, Pfarrer Hanspeter Wolfsberger (Betberg bei Freiburg), der frühere Leiter des Diakoniewerks Lobetalarbeit, Pastor Hansjörg Bräumer (Celle), und der frühere Geschäftsführer der Ludwig-Hofacker-Vereinigung, Erwin Damson (Flacht bei Stuttgart). Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Heilbronn, der Methodistenpastor Martin Schneidemesser, bezeichnete die Konferenz als „Blick über Kirchengrenzen“. Die Mitglieder der zehn beteiligten Gemeinden, Gemeinschaften und Werke brauchten immer wieder Impulse, die Größe des Reiches Gottes wahrzunehmen. In einem Grußwort würdigte der nordwürttembergische Regionalbischof, Prälat Hans-Dieter Wille, die konfessionsübergreifende Einheit von Christen. Dieses kostbare Gut dürfe trotz unterschiedlicher Traditionen nicht aufgegeben werden.