16. August 2017

Familie aus Sachsen seit 17 Monaten im Jemen vermisst

Quelle: idea.de

Auswärtiges Amt: Keine neuen Erkenntnisse - „Ungewissheit ist das Schlimmste“.

Auswärtiges Amt: Keine neuen Erkenntnisse - „Ungewissheit ist das Schlimmste“.

Berlin (idea) – Die vor fast 17 Monaten im Jemen entführte christliche Familie aus Sachsen bleibt verschollen. Es gebe keine neuen Erkenntnisse über ihren Verbleib, teilten das Auswärtige Amt und die Angehörigen auf idea-Anfrage mit.
 

Das Ehepaar Johannes und Sabine Hentschel und seine drei kleinen Kinder waren am 12. Juni 2009 verschleppt worden, zusammen mit zwei Pflegehelferinnen aus Niedersachsen, einem Briten und einer Südkoreanerin. Während die beiden Deutschen Anita Grünwald und Rita Stumpp sowie die Lehrerin Um Young-Sun wenig später tot aufgefunden worden waren, kehrten zwei der drei Kinder – Lydia und Anna – im Mai wohlbehalten nach Deutschland zurück. Von den Eltern, ihrem Sohn Simon sowie dem Briten fehlt weiterhin jede Spur.

„Das stellt den Glauben auf die Probe“

Das Auswärtige Amt hält sich bedeckt. Ein Sprecher erklärte gegenüber idea lediglich, man arbeite „weiterhin mit Hochdruck an dem Fall“. Der Schwager des entführten Familienvaters, Pastor Reinhard Pötschke (Radebeul), erklärte gegenüber idea, es gebe keinerlei verlässliche Nachrichten. Für die Familie sei die Ungewissheit das Schlimmste. Besonders die letzten Wochen seien schwierig gewesen, da Johannes und Sabine Geburtstag hatten. Das stelle auch den Glauben auf die Probe. „Aufgrund der vorliegenden Indizien kann ich keine Hoffnung verbreiten“, sagte er. Dennoch gebe die Familie nicht auf. „Wir werden zuversichtlich weiterbeten – vor allem um Gewissheit.“ Pötschke dankte allen, die treu und ohne Unterlass für die Familie beten. „Wir bekommen nach wie vor immer wieder Zuschriften und Anrufe von Menschen, die sich nach Johannes und Sabine erkundigen. Das tut gut.“

Kinder sprechen wieder Deutsch miteinander

Die Schwestern Lydia und Anna hätten sich inzwischen gut in Deutschland eingelebt. Nach ihrer Rückkehr hatten die beiden zunächst Arabisch miteinander gesprochen. „Nach zwei bis drei Monaten hatten sie wieder auf Deutsch umgeschaltet“, so Pötschke gegenüber idea. Sie lebten weiterhin bei einer Tante gemeinsam mit deren fünf Kindern. Erzählungen der beiden ließen es als höchstwahrscheinlich erscheinen, dass sie bereits nach kurzer Zeit von den Eltern getrennt wurden, so Pötschke. Auch hätten sie berichtet, dass der kleine Simon krank geworden und in einem schlechten Zustand gewesen sei.