13. Dezember 2017

Wegen ihres Glaubens im Konzentrationslager

Quelle: idea.de

20 Nordkoreaner sind „Gefangene des Monats September“.

20 Nordkoreaner sind „Gefangene des Monats September“.

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Erstmals haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea für ihre Aktion „Gefangene des Monats“ gleich 20 Christen in Nordkorea benannt.
 

Die beiden Organisationen rufen dazu auf, im September besonders für diese Häftlinge zu beten und sich in Briefen für ihre Freilassung einzusetzen. Die Christen, deren Namen nicht bekannt sind, waren laut dem katholischen Informationsdienst AsiaNews im Mai mit drei weiteren Glaubensgeschwistern festgenommen worden, als sie sich in einer Untergrundgemeinde in Kuwal-Dong (Provinz Pyongan) trafen. Nach langen Verhören wurden drei, die als Anführer galten, standgerichtlich zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die anderen befinden sich laut AsiaNews im Konzentrationslager Nr. 15. Einige hatten als Arbeiter in der Volksrepublik China das Untergrundchristentum kennengelernt. Nordkorea verweigert jegliche Religionsfreiheit und verfolgt Christen so stark wie kein anderes Land. Erlaubt ist in der stalinistisch regierten Volksrepublik nur der Kult um den „Ewigen Präsidenten“ Kim Il-Sung (1912-1994) und seinen Sohn, den Diktator Kim Jong-Il (69). Nach Schätzungen befinden sich rund 200.000 Menschen in nordkoreanischen Straflagern, darunter 50.000 bis 70.000 Christen. Offiziellen Angaben zufolge gibt es 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Religionsstatistiker gehen von über 400.000 Christen aus. Die IGFM ruft anlässlich des nordkoreanischen Nationalfeiertags am 9. September dazu auf, sich in Briefen für die in der Verfassung garantierte Religionsfreiheit einzusetzen und die Freilassung der 20 Christen von Kuwal-Dong zu fordern.