22. September 2017

Steffen Flath: „Das erinnert mich gelegentlich an die DDR“

Steffen Flath - Foto: Thomas Schneider

Steffen Flath - Foto: Thomas Schneider

(TS) G r o ß r ü c k e r s w a l d e – Weil in der heutigen Medienwelt jeder Satz zerlegt werde und sehr schnell Rücktrittsforderungen auf dem Tisch lägen, sei man gezwungen, in seinen Aussagen immer allgemeiner zu werden. Diese Ansicht vertrat der Fraktionsvorsitzende der CDU im Sächsischen Landtag, Steffen Flath (Annaberg-Buchholz) zur Veranstaltung „In Verantwortung vor Gott und den Menschen“ in Großrückerswalde (Erzgebirge).
 

Der heutige Umgang mit dem offenen Wort sei eine Schwierigkeit, die im Land diskutiert werden müsse. Dieser Zustand erinnere ihn gelegentlich an die DDR, in der man wegen öffentlicher Meinungsäußerungen Nachteile zu befürchten hatte. Für eine Demokratie sei es aber wichtig, dass es „einen lebendigen Streit“ gebe“. Den Umgang mit dem ehemaligen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hält der CDU-Fraktionschef für „einen Fehler“ und es sei ihm ein Anliegen dafür zu kämpfen, dass die 1989/90 erkämpfte Meinungsfreiheit erhalten bleibe.

Für stärkeren Schutz des ungeborenen Lebens

Flath, der bereits im Frühjahr im sächsischen Annaberg-Buchholz an einem Schweigemarsch des Verbandes Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL) teilnahm, unterstrich erneut sein Engagement für den Schutz ungeborenen Lebens. Als Mann sage er Männern sehr deutlich, dass es „christlich gesprochen Sünde“ sei, „wenn Männer in unserem Land Frauen zur Abtreibung drängen“. Und so sei es gut, wenn eine Großmutter Mut mache und sagen würde: „Komm Mädel, das Kind bekommen wir schon durch!“

Jens Bräunig - Foto: Thomas Schneider

Jens Bräunig - Foto: Thomas Schneider

Für den vierfachen Familienvater, Orthopädieschuhtechniker und Liedermacher Jens Bräunig (Großrückerswalde) sei das Thema Abtreibung in der gesellschaftlichen Diskussion ganz weit nach hinten gerückt, wo doch im „Ja zum Kind eine besonders hohe Verantwortung deutlich“ werde. An der Veranstaltung, zu der die Regionalgruppe Erzgebirge vom Verband Christen in der Wirtschaft (CiW) und idea eingeladen hatten, kamen mehr als 60 Christen aus unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden. Bundesvorsitzender des 1902 gegründeten und mehr als 1200 Mitglieder zählenden Wirtschaftsverbandes CiW ist der Unternehmer Frank Suchy (Lichtenau/Sachsen).