14. Dezember 2017

Papst warnt vor Abwertung von Ehe und Familie

Quelle: idea.de

Die Aufwertung alternativer Modelle „verbannt“ christliches Verständnis von Ehe und Familie.

Die Aufwertung alternativer Modelle „verbannt“ christliches Verständnis von Ehe und Familie.

Vatikanstadt (idea) – Vor einer Abwertung von Ehe und Familie als Folge der Aufwertung alternativer Partnerschaftsmodelle hat Papst Benedikt XVI. gewarnt.
 

Mit Sorge sehe die Kirche die wachsende Verbannung des christlichen Verständnisses von Ehe und Familie aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein, sagte er am 13. September bei der Akkreditierung des neuen Botschafters der Bundesrepublik Deutschland beim Vatikan, Walter Jürgen Schmid. Im vom Vatikan verbreiteten Redemanuskript des Papstes heißt es: „Die Ehe entfaltet sich als dauerhafte Liebesverbindung eines Mannes und einer Frau, die immer auch auf die Weitergabe menschlichen Lebens gerichtet ist.“ Die Kirche könne Gesetzesinitiativen zur Aufwertung alternativer Modelle nicht zustimmen.

Bedenken gegen PID

Bedenken äußerte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche auch gegenüber neuen Möglichkeiten in Biotechnologie und Medizin. Im Blick auf die Präimplantationsdiagnostik (PID) warnte er vor einer Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben oft schon im Mutterleib. Bei der PID werden die bei einer künstlichen Befruchtung entstandenen Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf genetische Defekte untersucht. Kritiker befürchten, dass kranke Embryonen „aussortiert“ werden und so der Weg zum „Designer-Baby“ gebahnt wird. Wenn man mit einer solchen Aussonderung am Anfang des Lebens beginne, so der Papst, werde keine andere Phase ausgespart bleiben, etwa auch im Alter und in Krankheit.

Wenn Gott keine Person ist…

Mit Sorge sieht das Kirchenoberhaupt auch die Entwicklung, dass immer mehr Menschen Gott nicht mehr als Person ansehen, sondern als unbestimmtes höheres Wesen. Das habe schwerwiegende Auswirkungen auch für die Gesellschaft. Zunehmend prägten solche Auffassungen die Rechtsprechung und die Gesetzgebung. Der Papst: „Wenn man aber den Glauben an Gott als Person aufgibt, dann ist die Alternative ein ‚Gott’, der nicht erkennt, nicht hört und nicht spricht. Und er hat erst recht keinen Willen. Wenn Gott keinen Willen hat, dann ist gut und böse letztlich nicht mehr zu unterscheiden.“ Damit gehe moralische und geistige Kraft verloren. Das soziale Handeln werde mehr und mehr von privaten Interessen oder vom Machtkalkül bestimmt – „zum Schaden für die Gesellschaft“.