13. Dezember 2017

Vor „unislamischen“ Fußballtrikots wird gewarnt

Quelle: idea.de

Das Emblem des FC Barcelona zeigt ein Kreuz.

Das Emblem des FC Barcelona zeigt ein Kreuz.

Kuala Lumpur (idea) – Muslimische Fußballfans in Malaysia sollen die Finger von „unislamischen“ Trikots lassen.
 

Dazu zählen islamische Gelehrte unter anderem die Leibchen der Nationalmannschaften von Brasilien, Portugal, Serbien und Norwegen sowie des spanischen Klubs FC Barcelona. Der Grund: Ihre Embleme zeigen ein Kreuz, also ein christliches Symbol. Am schlimmsten aber ist nach Ansicht der Islam-Gelehrten das Trikot des englischen Klubs Manchester United. Das Wappen der „roten Teufel“ zeigt einen Teufel mit Dreizack. Es sei sehr gefährlich, solche Sportkleidung unwissend als Fanartikel zu erwerben oder zu tragen, erklärte der Mufti von Johor, Nooh Gadot. Muslime dürften die Symbole anderer Religionen nicht anbeten, schon gar nicht Abbildungen des Teufels. Noch schlimmer sei es, wenn Muslime sich solche Artikel wissentlich zulegten. Diese Menschen sollten unverzüglich Buße tun.

„Teufel sind unsere Feinde“

Wie die Londoner Zeitung Times weiter berichtet, ist Fußball in Südostasien äußerst populär. Manchester United habe Fanclubs in mehreren Ländern, auch in Malaysia. In Kuala Lumpur gebe es ein Geschäft mit Fanartikeln des nordenglischen Vereins. Auch der Mufti von Perak, Harussani Zakaria, warnt vor religiös unangemessener Kleidung: „Teufel sind unsere Feinde. Warum sollten wir ein Bild von ihnen anziehen?“ In Malaysia ist der Islam Staatsreligion; die Verfassung garantiert aber Religionsfreiheit. Von den 27,7 Millionen Einwohnern sind rund 60 Prozent Muslime, meist Malaien. Die 20 Prozent Buddhisten und 10 Prozent Christen sind vor allem chinesischer, die 6,3 Prozent Hindus indischer Abstammung. Die übrigen Bürger sind meist Anhänger von Naturreligionen.