21. September 2017

Liebenzeller Mission hilft Flüchtlingen in Kirgisistan

Quelle: idea.de

Rückkehrer finden unbewohnbare Häuser vor.

Rückkehrer finden unbewohnbare Häuser vor.

Bad Liebenzell (idea) – Nach den blutigen Unruhen in Kirgisistan hilft die Liebenzeller Mission den Flüchtlingen. Bei Kämpfen zwischen Kirgisen und der usbekischen Minderheit waren nach offiziellen Angaben im Juni mindestens 170 Menschen getötet und über 1.000 verletzt worden.
 

Notleidende sollen nach Angaben des Werkes Kleidung, Essen und Geldspenden für verlorengegangene Dokumente erhalten. Es sei garantiert, dass die Hilfen bei den Bedürftigen ankommen, so Missionsdirektor Martin Auch. Die kirgisischen Helfer seien persönlich bekannt. Besonders im Zentrum der Ausschreitungen, der Stadt Osch, seien vor allem usbekische Stadtteile zerstört worden, da die Sicherheitskräfte die Minderheit nicht schützen konnten. Zehntausende seien ins Nachbarland Usbekistan geflohen. Wer zurückkehre, finde unbewohnbare Häuser vor. Die Liebenzeller Mission kümmere sich vorrangig um Familien in Osch. Viele Kinder hätten die Massaker hautnah erlebt und seien dadurch traumatisiert. Langfristig setze sich das Missionswerk für die Versöhnung von Kirgisen und Usbeken ein. Von den 5,3 Millionen Einwohnern Kirgisistans sind etwa 70 Prozent ethnische Kirgisen, 14,5 Prozent Usbeken und 8,4 Prozent Russen. Der Rest setzt sich aus anderen Minderheiten zusammen. Etwa 75 Prozent der Einwohner sind Muslime; rund 20 Prozent zählen sich zur Russisch-Orthodoxen Kirche.