25. Februar 2018

Ein Fünftel aller unter Dreijährigen in Tagesstätten

Quelle: idea.de

Bundesministerin Kristina Schröder (CDU) legt Familienreport 2010 vor.

Bundesministerin Kristina Schröder (CDU) legt Familienreport 2010 vor.

Berlin (idea) – Immer mehr Kinder unter drei Jahren werden in Tageseinrichtungen betreut. Das geht aus dem Familienreport 2010 hervor, den Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am 1. Juni in Berlin vorgestellt hat. 417.000 unter Dreijährige – etwa 20 Prozent in dieser Altersgruppe – besuchten danach im März 2009 eine Kindertagesstätte.
 

Das ist ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bundesregierung will die Betreuungsquote für Kinder in diesem Alter bis 2013 auf 35 Prozent steigern. In den östlichen Bundesländern liegt diese Quote mit 46 Prozent dreimal so hoch wie im Westen Deutschlands (15 Prozent). Laut dem Familienreport besuchen unter Dreijährige aus Familien ausländischer Herkunft vergleichsweise selten eine Kindertageseinrichtung. Dies sei nur bei etwa jedem zehnten Kleinkind der Fall. Die meisten der in Kindertagesstätten betreuten Jungen und Mädchen halten sich dort länger als sieben Stunden auf.

Weniger potenzielle Mütter und Geburten

Im Blick auf die Bevölkerungsentwicklung heißt es, dass die Zahl der potenziellen Mütter und der Geburten weiter zurückgehen werde. Erst ab 2050 werde das Geburtendefizit etwas geringer ausfallen. Die durchschnittliche Geburtenzahl pro Frau habe 2008 bei 1,38 gelegen (1990: 1,45). In Migrantenfamilien lebten im Schnitt 1,7 Kinder. Kinderlosigkeit hänge in Westdeutschland mit dem Bildungsstand zusammen. Ein Viertel aller Frauen ab 40 Jahren mit hoher Bildung habe keine Kinder. Im Osten Deutschlands sei die Kinderlosigkeit von Frauen mit geringer Bildung etwas höher als bei Hochgebildeten. Dem Report zufolge ist die Ehe mit einem Anteil von 73 Prozent nach wie vor die am häufigsten gelebte Familienform. Der Anteil an Ehepaaren sei seit 1998 nur geringfügig zurückgegangen. Die nichtehelichen Lebensgemeinschaften hätten in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 30 Prozent zugenommen: Im Osten betrage ihr Anteil 19 Prozent, im Westen sechs Prozent. Eine leichte Zunahme sei auch bei den Alleinerziehenden zu beobachten. Ihr Anteil habe 2008 bei 19 Prozent gelegen. In den neuen Bundesländern sei ein Viertel aller Familien alleinerziehend. Jedes sechste Kind lebe bei nur einem Elternteil.

Familie ist „das stabile Fundament der Gesellschaft“

Bundesfamilienministerin Schröder erklärte anlässlich der Präsentation des Berichts: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Familie das stabile Fundament unserer Gesellschaft.“ Laut dem Bericht ist der Zusammenhalt der Familie nach wie vor hoch. So verbrächten deutsche Großeltern fast doppelt so viel Zeit mit ihren Enkeln wie skandinavische Großväter und -mütter. Die Kinderarmut ist dem Bericht zufolge nicht weiter angestiegen. „Ohne die staatlichen Leistungen wären in Deutschland etwa doppelt so viele Kinder armutsgefährdet“, heißt es. Für mehr als 1,7 Millionen Kinder habe zum Beispiel das Kindergeld eine armutsreduzierende Wirkung. Das Elterngeld stütze nicht nur die Einkommen junger Familien, sondern treffe auch den Nerv der heutigen Elterngeneration. Jeder fünfte Vater steige für mehrere Monate aus dem Beruf aus, um sich der Kindererziehung zu widmen. Diese Partnermonate nähmen überdurchschnittlich viele Väter in Führungspositionen in Anspruch.