23. Februar 2018

„Christen sind Fundamentalisten der Liebe.“

Quelle: idea.de

Rund 300 Christen haben in einem Gottesdienst in Bautzen für die Geiseln gebetet. Screenshot: Sachsen-Spiegel/MDR

Rund 300 Christen haben in einem Gottesdienst in Bautzen für die Geiseln gebetet. Screenshot: Sachsen-Spiegel/MDR

Bautzen (idea) – Am Jahrestag der Entführung einer sächsischen Familie im Jemen haben rund 300 Christen in einem Gottesdienst in Bautzen für die Geiseln gebetet. Am 12. Juni 2009 waren die Eheleute Johannes und Sabine Hentschel mit ihren Töchter Anna und Lydia sowie dem Sohn Simon, einem britischen Ingenieur, zwei deutschen Pflegehelferinnen und einer koreanischen Lehrerin verschleppt worden.
 

Die Helferinnen und die Lehrerin wurden drei Tage später ermordet aufgefunden. Die beiden Töchter der Familie Hentschel – vier und sechs Jahre alt – kamen am 17. Mai frei und befinden sich jetzt in Deutschland bei Verwandten. Von ihren Eltern und dem Bruder fehlt weiter jede Spur. Die Mädchen nahmen an dem Gottesdienst nicht teil. Unter den Besuchern waren auch Gebetskreise aus ganz Deutschland. Eine Vertreterin dieser Kreise sagte, man bete nicht gegen niemanden: „Wir beten für die Entführten und wir beten für ihre Bewacher.“ Pfarrer Johannes Mahling bezeichnete das Ehepaar Hentschel in seiner Predigt als Sendboten der Liebe Gottes. Die Welt habe aber ein sehr gespaltenes Verhältnis zu dieser Liebe. Deren Überbringer würden immer wieder beschuldigt, verfolgt und getötet. Im Blick auf Medienberichte, in denen die Entführten als Fundamentalisten bezeichnet worden waren, sagte er: „Diesen Anschuldigungen entgegne ich, ja, wir Christen stehen auf dem Fundament Gottes.“ Deshalb sei es nicht falsch zu sagen: „Christen sind Fundamentalisten der Liebe.“

Schauen Sie: Bautzener erinnern an die in Jemen entführte Familie