21. November 2017

Württemberg: Synodale Gesprächskreise streiten

Quelle: idea.de

„Offene Kirche“ kritisiert „skandalöses Diskussions- und Redeverbot“.

„Offene Kirche“ kritisiert „skandalöses Diskussions- und Redeverbot“.

Stuttgart (idea) – In Württemberg ist es zu einem heftigen Streit zwischen den Gesprächskreisen in der Landessynode gekommen.
 

Die theologische liberale „Offene Kirche“ protestiert gegen ein ihrer Ansicht nach „skandalöses Diskussions- und Redeverbot“, das die zur „Lebendigen Gemeinde“ gehörende Synodalpräsidentin Christel Hausding (Langenau bei Ulm) den 95 Kirchenparlamentariern verhängt habe. Dies verstoße gegen die Geschäftsordnung. Anlass sind die Beratungen der Synode über Sparmaßnahmen. Eine erste Gesprächsrunde im März war nicht öffentlich. Dennoch wurde bekannt, dass die jährlichen Ausgaben um etwa zehn Millionen Euro gesenkt werden sollen. Betroffen sind nach Angaben der „Offenen Kirche“ (27 Synodale) Einrichtungen mit gesellschaftlicher Bedeutung, beispielsweise das Pfarramt für Friedensarbeit und der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt. Durch den Ausschluss der Öffentlichkeit „will die kirchenpolitische Mehrheit ohne offene inhaltliche Diskussionen ihre Ziele als scheinbare Einheitsmeinung der Synode durchsetzen“, heißt es in einer Pressemeldung der „Offenen Kirche“.

Mehrheit warnt vor „Rückschritt zu alten Feindbildern“

Den Vorwurf weisen die Sprecher von „Lebendige Gemeinde“ (42 Synodale), „Evangelium und Kirche“ (18) und „Kirche für morgen“ (7) zurück. In einer gemeinsamen Mitteilung warnen Dekan Volker Teich (Schorndorf bei Stuttgart), Dekan Winfried Dalferth (Crailsheim) und Diakon Markus Munzinger (Dettingen bei Reutlingen) vor einem „Rückschritt zu alten Feindbildern“. Die Höhe der geplanten Einsparungen gehe auf einen gemeinsamen Beschluss von Synode und Oberkirchenrat zurück und sei unter Mitwirkung der „Offenen Kirche“ diskutiert worden. Frau Hausding habe sich „stets bemüht, nach der geltenden Geschäftsordnung in offener Kommunikation mit den Synodalen fair zu verfahren“. Den 95. Synodalplatz nimmt der Theologe Prof. Hans-Joachim Eckstein als Vertreter der Theologischen Fakultät in Tübingen ein.