19. November 2017

Wir wollen Margot Käßmann als Bischöfin zurück

Quelle: idea.de

Nach ihrer Predigt in Hannover fordern Mitarbeiter ein Comeback. Foto: Monika Lawrenz

Nach ihrer Predigt in Hannover fordern Mitarbeiter ein Comeback. Foto: Monika Lawrenz

Hannover (idea) – Ein Comeback von Margot Käßmann als hannoversche Landesbischöfin haben Kirchenmitarbeiter gefordert. Nach ihrer ersten Predigt in der Marktkirche von Hannover seit ihrem Rücktritt am 24. Februar stimmten sie vor dem Kirchengebäude zur Melodie des Kirchenliedes „Komm, sag es allen weiter“ die Zeile an: „Wir wollen Margot Käßmann als Bischöfin zurück – sie ist doch für uns alle ein lang ersehntes Glück“.
 

Die 51-jährige Theologin, die seit 1999 an der Spitze der knapp drei Millionen Mitglieder zählenden Landeskirche stand, hatte am 24. Februar nach einer Trunkenheitsfahrt ihre Ämter als Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende niedergelegt. Am 2. Juni wird sie von der Landessynode in Hannover offiziell verabschiedet. Über die Nachfolge entscheidet das „Kirchenparlament“ erst im November; dazu wird der Kirchensenat bis zu drei Kandidaten vorschlagen. Bisher gibt es keine Hinweise, dass Käßmann unter den Bewerbern sein wird.

Wenn man sich selbst nicht vergeben kann

Sie war nach ihrem Rücktritt schon im Mai auf dem Ökumenischen Kirchentag im München aufgetreten, aber noch nicht in ihrer heimischen Kirche. In der mit rund 1.500 Zuhörern überfüllten Marktkirche wurde sie mit Beifall begrüßt. In ihrer Predigt sprach sie über Gottes unbegreifliche Wege. Sie habe damit in den vergangenen Monaten Erfahrungen gemacht. Oft sei man selber am wenigsten in der Lage, sich eigene Verfehlungen zu vergeben – „aber wenn Gott vergibt, wie könnten wir dann nicht vergeben?“ Niemand sei ein perfektes Wesen – „nicht einmal Lena, obwohl sie ziemlich perfekt war“, sagte Käßmann im Blick auf den Sieg der Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut beim europäischen Schlagerwettbewerb am 29. Mai in Oslo.