18. November 2017

Letzte Ruhe unter Rosen

Quelle: idea.de

Stadt Celle pflegt neue Bestattungskultur. Foto: Pixelio/Geralt

Stadt Celle pflegt neue Bestattungskultur. Foto: Pixelio/Geralt

Celle (idea) – In einem Rosengarten, auf einer Streuobstwiese, in einem Naturgarten oder unter einer Hainbuche können Verstorbene in Celle zur letzten Ruhe gebettet werden.
 

Die rund 70.000 Einwohner zählende Stadt an der Lüneburger Heide reagiert damit nach eigenen Angaben auf den dramatischen Wandel im Bestattungsbrauchtum. Viele Menschen stünden angesichts von Kleinfamilien und größerer Mobilität der Angehörigen vor dem Konflikt, nach dem Tod einerseits Kindern und Hinterbliebenen nicht – etwa durch die Grabpflege – zur Last fallen zu wollen, andererseits wollten sie wenigstens eine Spur zur Erinnerung legen. Auch wenn man sich inzwischen im Internet in Bild und Tod verewigen könne, sei der klassische Ort immer noch der Friedhof, schreibt die Stadt in ihrem Internetauftritt.

Urne im Rosenbeet

Jüngstes Angebot ist der Garten „Rosenfrieden“ auf dem Stadtfriedhof. Nachdem die Urne im Rosenbeet eingelassen worden ist, gießt jeder Trauernde etwas Wasser an einen frisch darüber gepflanzten Rosenstock. „Schon bald werden dessen Wurzeln aus der Asche Nährstoffe für Wachstum und Blüte ziehen“, schreibt die Stadt. Auf Wunsch markiert eine kleine Bronzeplakette den Ruheplatz. Der Rosengarten bietet Platz für die Asche von 500 Verstorbenen. Zu einem Festpreis von 3.945 Euro pflegen Gärtner die Ruhestätte 20 Jahre lang.

Bestattung in „Ribbecks Garten“

Auf dem Celler Waldfriedhof kann man sich auch in „Ribbecks Garten“ bestatten lassen. In Anlehnung an ein Gedicht von Theodor Fontane – „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand…“ – basiert die Anlage auf einer Streuobstwiese mit verschiedenen Obstsorten. Außerdem besteht auf dem Waldfriedhof ein „Naturgarten“. Auf dem Stadtfriedhof gibt es ferner „Baumgräber“. Dabei wird die Asche der Verstorbenen in den Bodenbereich einer jungen Säulenhainbuche eingebracht. „Das Wachstum des Baumes soll die Angehörigen über den Verlust des Verstorbenen trösten“, so die Stadt Celle.

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